Die Stadt ALTENBURG

Die im Osten Thüringens an der früheren Reichsstraße gelegene Stadt hat ihren Ursprung im Jahre 976. Damals war es eine Burg, die als Residenz vieler Könige genutzt wurde. So auch von Lothar III. im Jahr 1132, als er die Kaiserpfalz Altenburg zur Abhaltung eines Hoftages nutzte. Aber erst 1256 erhielt diese Stadt durch Heinrich den Erlauchten, Markgraf von Meißen und Landgraf von Thüringen das Altenburger Stadtrecht. 1430 wurde Altenburg von den Hussiten belagert; an diese Belagerung erinnern heute noch einige Bauwerke.

In den Jahren 1633 und 1634, während des Dreißigjährigen Krieges, war Altenburg mit am schwersten betroffen. Die Soldateska und die nachfolgende Pest forderten so viele Opfer, daß die Einwohnerzahl von 1600 bis 1638 um über zwei Drittel auf 2700 absank.

Doch am 4. September 1813, nachdem der Befreiungskrieg gegen Napoleon gewonnen war, trug Hans Carl Leopold von der Gabelentz zum ersten mal das Wort "Scat" ein: ein Kartenspiel, welches aus dem L´Hombre, dem Tarock und dem Schafkopf entstanden ist. Dieses ist das Kartenspiel der Deutschen geworden und wird auch weltweit gepflegt. Wegen dieses Kartenspiels siedelten sich bis 1832 ständig Kartenmacher an, später folgten Skatfabriken, die den Ruf Altenburgs als "Skat- und Spielkartenstadt" begründeten. 1903 wurde der Skatbrunnen eingeweiht, das wohl einzige Denkmal weltweit, das einem Spiel gewidmet ist.

Mit dem Aufstieg dieser 'Industrie' ist der kulturelle Aufstieg der Stadt verbunden: 1864 und 1868 sind Umbauten am Schloß vorgenommen worden; 1871 entstand das nach der Dresdner Semperoper gebaute Hoftheater; 1876 wurde das Lindenaumuseum eröffnet und 1908 wurde das Naturkundemuseum ,Mauritianum‘ eingeweiht, das im Roman wohl als Arbeitsstelle Hannis zu denken ist..

1919 existierten in Altenburg 51 Fabriken mit mehr als 10 Beschäftigten, mehr als 7000 Einwohner arbeiteten in der Industrie. Am wichtigsten waren die Nähmaschinenfabrik, die Wollfabrik und die Spielkartenfabrik.

Altenburg hatte während des zweiten Weltkrieges ein KZ, in dem 2000 Häftlinge aus ganz Europa gequält wurden. Am 15.April 1945 wurde Altenburg an die Amerikaner, am 30. Juni an die Sowjetunion übergeben.

1989 fehlte nach der Wiedervereinigung der wirtschaftliche Aufschwung. Außerdem hatte man mit über 20% Arbeitslosigkeit zu kämpfen. Heute hat die Stadt 44794 Einwohner, ihre Industrie ist recht vielfältig. Das geht von der Elektrotechnik über Nähmaschinen und Textil- und Wollindustrie bis hin zu der Spielkartenfabrik mit einem sich anschließenden Museum.

Die Stadt liegt zwischen 162m und 261m über NN. Sie besitzt einen Flugplatz (Altenburg-Holz, ca. 6km entfernt) sowie gute Bahnverbindungen und Straßenanbindungen.

Altenburg ist der Geburtsort Ingo Schulzes und gleichzeitig eigentlicher Handlungsort seines Romans "Sipmle Storys".

Weitere Informationen unter: http://www.skatstadt.de/anzeiger/show.cgi?item=service/altenburg/fakten.html


Constanze Kaak, Stefanie Meyer '99