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Politik-Gesellschaft-Wirtschaft (PGW) in den Klassen 8-10

Wie kommen wir an unserer Schule, in unserem näheren Umfeld (Stadtteil, Bezirk), in Hamburg und in ganz Deutschland eigentlich zu verbindlichen Entscheidungen? Wie kann ich wählen? Wie entstehen Gesetze? Welche Rolle spielt die EU dabei? Welche Rechte und Pflichten habe ich? Wieso gibt es (Jugend-)Arbeitslosigkeit und was kann die Politik dagegen unternehmen? Wie können internationale Konflikte und Kriege möglichst friedlich gelöst werden? Diese und weitere Fragen werden im PGW-Unterricht in den Klassen 8-10 an unserer Schule unterrichtet. Das von euch Schülern in den Unterricht eingebrachte Alltagswissen in politische, gesellschaftliche, rechtliche sowie wirtschaftliche Themen wird im Unterricht aufgegriffen und anhand von verschiedenen aktuellen Inhalten sowie (fachspezifischen) Methoden erweitert (siehe dazu unser Fachcurriculum). So lernt ihr, eure eigenen Meinungen und politischen Standpunkte zunächst zu ergänzen und dann auch besser argumentativ zu vertreten.

In den vergangenen Jahren haben wir die aktuellen Themen und Fälle oft in kleinen Projekten an außerschulischen Lernorten bearbeitet. Dazu gehörten unter anderem:

• Besuch einer Gerichtsverhandlung (Jg. 8)

• Organisation und Teilnahmen an den Juniorwahlen (2011, 2013; Jg. 8-12)

• Projektwoche zur Bundestagswahl 2013 (Umfragen, Analyse von Wahlplakaten etc.; Jg. 11)

• Stadtteilerkundungen mit Interviews (Jg. 10, 11)

• Besuch des Bundestags in Berlin; Gespräch mit dem Bundestagsabgeordneten Marcus Weinberg (Jg. 10)

• Diskussionsrunde mit Staatsrat Wolfgang Schulz (EU-Projekttag 2013, Jg. 9-12)

• Diskussionsrunde mit der „Neuen Gesellschaft e.V.“ zum Thema „Was interessiert ErstwählerInnen?“

• Teilnahme an Jugend debattiert

• Teilnahme am Wettbewerb Politische Bildung („Achtung, rechte Szene!“, Jg. 10)

Jan Albroscheit, Fachleiter

 (Stand: 15.01.2014)

Sekundarstufe 2

Jan Albroscheit

PGW … in der Studienstufe

In der Studienstufe (S1-S4) wird das Fach Politik-Gesellschaft-Wirtschaft (PGW) an unserer Schule sowohl vier- als auch zweistündig unterrichtet. In einem Profil ist PGW profilgebendes Fach und wird somit vierstündig unterrichtet. Als Wahlpflichtkurs kann PGW ebenfalls belegt werden; dieser Kurs ist dann zweistündig. Schriftliche und mündliche Abiturprüfungen sind im Fach PGW an unserer Schule möglich.

Für eine kurze Vorstellung des Faches in der Oberstufe werden an dieser Stelle zunächst die Inhalte und dann die fünf Kompetenzen, die im Unterricht erworben werden sollen, beschrieben.

Inhaltlich geht es im Fach PGW in den vier Semestern in der Oberstufe um folgende Themenfelder (die Reihenfolge der Themen ist beliebig; im Unterricht wird an aktuellen Fällen gearbeitet – z.B. NPD-Verbot, Afghanistan-Krieg; Euro-Krise; Deutschland – ein Einwanderungsland!? ...):

I. Wirtschaftspolitik a) Soziale Marktwirtschaft und ihre Akteure z. B. Grundprinzipien der Marktwirtschaft; Funktionen und Handlungsmöglichkeiten des Staates

b) Wirtschaftpolitische Grundpositionen z. B. Debatte um Liberalismus vs. Staatsintervention

c) Globalisierung der internationalen Wirtschaftsbeziehungen z. B. Auswirkungen der Europäisierung und Globalisierung.

d) Aktuelle Wirtschaftspolitik Aktuelle Debatten und Entscheidungen in Deutschland und der EU.

II. Gesellschaft und Gesellschaftspolitik a) Sozialstruktur und Strukturwandel z. B. Wandel und Zukunft der Arbeit, Klassen-, Schichten- und Milieumodell, soziale Lagen, Sozialstaat.

b) Faktoren lebensweltlicher Wandlungsprozesse z. B. Formen des privaten Lebens im Wandel, Geschlechterverhältnis, Individualisierung,

c) Gesellschaftstheorien und -konzepte z. B. Dienstleistungs-, Wissens-, Erlebnis-, Risiko-, Singlegesellschaft

d) Aktuelle Debatten und Entscheidungen in der Bildungs-, Jugend-, Sozial- oder Migrationspolitik.

III. Politik und demokratisches System a) Das demokratische System z. B. Willensbildungs- und Entscheidungsprozesse und deren Akteure auf nationaler und europäischer Ebene

b) Politik und politischer Prozess z. B. Dimensionen des Politischen (Policy/Inhalt, Polity/Form, Politics/Prozess); der Politikzyklus als Analyseinstrument

c) Demokratietheorie und politische Ideen z. B. Konkurrenz-, Identitäts-, Eliten-, Pluralismustheorie; parlamentarische vs. direkte Demokratie;

d) Zukunft der Demokratie z. B. Aktuelle Debatten zur Parlamentarismuskritik (z. B. Politikverdrossenheit, Mediendemokratie, plebiszitäre Verfahren oder Bürger-/Zivilgesellschaft, Demokratiedefizit in der EU).

IV. Globale Probleme/Internationale Politik a) Das System internationaler Beziehungen z. B. Beitrag zur Lösung internationaler Konflikte durch die deutsche und europäische Außenpolitik sowie durch internationale Institutionen und Organisationen (z. B. EU, UNO, NATO, NGOs).

b) Internationale Konfliktlösungsstrategien Militärische und nicht-militärische Konfliktlösungsstrategien, Debatte um Universalität der Menschenrechte, Intervention vs. Souveränität.

c) Aktuelle internationale Konflikte Aktuelle Debatten und Verhandlungen über internationale Konflikte (z. B. Nahostkonflikt) und global wirkende Umweltprobleme (z. B. Klimawandel oder Ressourcenknappheit).

d) Zukunft der internationalen Beziehungen Szenarien zu möglichen Entwicklungstendenzen der internationalen Beziehungen (z. B. „Clash of Civilisations“ vs. „Dialog der Kulturen“) sowie zur zukünftigen Gestaltung supranationaler Institutionen („Weltinnenpolitik“).

In jedem Semester versuchen wir außerschulische Lernorte und Projekte in den Unterricht zu integrieren – zuletzt etwa das Planspiel „Finanzen der Zukunft“, das Herr Buck mit seinen PGW-Kursen spielte. Zuvor wurden aber auch mit anderen Kursen die Handelskammer, der Deutsche Gewerkschaftsbund und die Hamburgische Bürgerschaft besucht. Schülerinnen und Schüler des ehemaligen Spanischprofils befragten zudem Experten (u.a. den Völkerrechtler Norman Paech) zu ihren Meinungen zum Libyen-Krieg. Über die Auslandseinsätze der Bundeswehr referierte der Jugendoffizier der Bundeswehr, Hauptmann Axel Kukuk, im Lise-Meitner-Gymnasium. Ein besonderes Erlebnis dürfte zudem die Juniorwahl 2011gewesen sein, an der alle Klassen und Kurse ab Jg. 8 unter der Koordination des Lehrers Jan Albroscheit teilnahmen.

Für das zentrale Ziel des PGW-Unterrichts – die Demokratiefähigkeit – werden fünf Kompetenzbereiche gezielt gefördert:

„1. Sozialwissenschaftliche Analysefähigkeit Sozialwissenschaftliche Analysefähigkeit umfasst die notwendige Fähigkeit, Fertigkeit und Bereitschaft • zum Verständnis und zur Anwendung sozialwissenschaftlicher Verfahren, Modelle, Theorien und Kategoriensysteme • zur fallorientierten Analyse gesellschaftlicher, wirtschaftlicher sowie politischer Probleme und Konflikte nationaler, europäischer und internationaler Dimension unter besonderer Berücksichtigung struktureller und institutioneller Rahmenbedingungen, der Interessenlagen sowie der Selbstinszenierungs- und Durchsetzungsmöglichkeiten der jeweiligen Akteure und Betroffenen, • zur fachlich angemessenen Darstellung eigener Untersuchungsergebnisse, • zum Vergleich eigener Befunde mit wissenschaftlichen Forschungsergebnissen.

2. Perspektiven- und Rollenübernahme Perspektiven- und Rollenübernahme umfasst die notwendige Fähigkeit, Fertigkeit und Bereitschaft • zur Wahrnehmung und Definition einer gesellschaftlichen, wirtschaftlichen oder politischen Situation, • zur Unterscheidung und Einschätzung der Perspektiven, Rollen und Handlungsoptionen der Beteiligten, • zur (vorübergehenden) Übernahme fremder Perspektiven und schließlich • zur Koordination unterschiedlicher Perspektiven und damit zur Vermittlung des Eigeninteresses mit den Interessen anderer und dessen Ausweitung in Richtung auf verallgemeinerungsfähige Interessen.

3. Konfliktfähigkeit Konfliktfähigkeit umfasst die notwendige Fähigkeit, Fertigkeit und Bereitschaft • zur konstruktiven Lösung von Konflikten, • in Gruppen zu argumentieren, zu debattieren, gemeinsame Entscheidungen zu treffen und diese zu reflektieren, • konkurrierende gesellschaftliche, wirtschaftliche oder politische Ideen und Interessen auszuhandeln und dabei Konfliktregelungsverfahren anzuwenden und weiterzuentwickeln, • demokratische Werte, Prinzipien und Verfahren als Grundlage eigener Auseinandersetzungen zu verwenden.

4. Politisch-moralische Urteilsfähigkeit Politisch-moralische Urteilsfähigkeit umfasst die notwendige Fähigkeit, Fertigkeit und Bereitschaft • zur Erkenntnis, Artikulation und kritischer Reflexion eigener und fremder Wertvorstellungen, Positionen und Interessen auch bezüglich vergangener und möglicher zukünftiger gesellschaftlicher, wirtschaftlicher und politischer Realitäten, • subjektive Wertvorstellungen und Interessenartikulationen gesellschaftlichen, wirtschaftlichen oder politischen Grundorientierungen und Ordnungsvorstellungen zuzuordnen, • zum reflexiven, argumentativen und theoriegeleiteten Umgang mit eigenen und fremden Begründungen sowie den zugrunde liegenden Urteilskriterien.

5. Gesellschaftliche, wirtschaftliche und politische Handlungsfähigkeit Gesellschaftliche, wirtschaftliche und politische Handlungsfähigkeit umfasst die Fähigkeit und Bereitschaft • zur Einschätzung der Möglichkeiten zur Einflussnahme auf politische, gesellschaftliche und wirtschaftliche Entscheidungsträger und Initiativen, • zur Einschätzung der Möglichkeiten persönlicher Teilnahme an informellen und formalisierten Prozessen öffentlicher Meinungs- und Willensbildung sowie Entscheidungsfindung, • zur Abwägung und reflexiven Anwendung verschiedener politischer, gesellschaftlicher und wirtschaftlicher Handlungsstrategien, • zur beruflichen Orientierung, zur begründeten Planung des weiteren Lebenswegs und zur Einschätzung beruflicher Möglichkeiten nach dem Abitur oder dem Abschluss eines Studiums.“ (Auszug aus: Hamburger Rahmenplan PGW 2009, S. 11f.)

Über das Fach PGW schrieben Schülerinnen und Schüler aus der Klasse 9a folgendes:

  • „Es gibt viele Diskussionen, wir sind immer gut über alles informiert. Man kann sich so zu jedem Thema eine Meinung bilden. (…) Man bespricht alltägliche Dinge, die auch wichtig für die Allgemeinbildung sind. (…) Das Fach ist bei uns Schülern sehr beliebt.“

„Für mich ist PGW:

Diskutieren über aktuelle Themen
Der Lehrer lässt die Schüler diskutieren und hält sich auch einmal zurück
Berichte über Alltags-Themen in Form von Wochenberichten
Arbeit mit Schaubildern und Grafiken
Arbeiten und Diskutieren in Gruppen (…)“
  • „Für uns bedeutet PGW, aktuelle Themen zu diskutieren, Argumente zu sammeln und gegenüber zu stellen und sich dann eine Meinung zu bilden.
In den Nachrichten ist das Weltgeschehen oft sehr kompliziert und Vorwissen ist vorausgesetzt. Durch das Fach PGW erfahren wir sehr verständlich und umfangreich die Probleme, die in den Nachrichten dargestellt werden. Zum Beispiel: Butter wird teurer – das bekommen wir mit. Aber: WARUM wird Butter teurer?
Im PGW-Unterricht bekommen wir viele Antworten auf viele unserer Fragen und können so unser Allgemeinwissen erweitern.“

„PGW ist für uns:

das Auseinandersetzen mit einem politischen Thema
das Hinterfragen von Argumenten
das Diskutieren über umstrittene Meinungen
das Suchen nach Ideen für eine bessere Gesellschaft
eine Informationsquelle über die momentane Politik
das Verständnis und die Kritik an unserer Wirtschaft
die Bildung unserer Meinung
das Vorbereiten oder der Anstoß für eine politisches Engagement.“
  • „Wenn ich PGW höre, denke ich sofort an scharfe Diskussionen. Viele verschiedene Meinungen treffen aufeinander und die, die noch keine Meinung haben, bilden sich eine. Das PGW-Buch ist wichtig, aber aktuelle Themen aus Zeitungen und Nachrichten noch viel wichtiger. Es ist eines der wenigen Fächer, die man spielend erlernen kann.“
  • „PGW ist für uns ein diskussionsreicher Unterricht. Man lernt, eine eigene Meinung zu bilden, indem man aus verschiedenen Blickwinkeln auf das Thema schaut. Aktuelle Themen werden uns z.B. durch Zeitungsberichte, aber auch durch Kurzvorträge näher gebracht.“

Die Perspektive eines Lehrers: Wie die obigen Äußerungen zeigen, erfreut sich das Fach PGW bei den Schülerinnen und Schülern großer Beliebtheit. Dies mag zum einen daran liegen, dass die Themen einen starken Bezug zur Alltagswelt und damit auch zu den Fragen und Problemen haben, die die Jugendlichen bewegen. Die Schülerinnen und Schüler empfinden es neben den motivierenden Themen, die aufgrund ihrer Aktualität zumeist auch noch nicht entschieden sind, als sehr positiv, dass ihre Meinung gefragt ist.

Folgende Lehrerinnen und Lehrer unterrichten an unserer Schule das Fach PGW (Stand März 2012) Herr Albroscheit (Fachleiter), Frau Beltermann, Herr Buck, Frau Ehlers, Frau Eustergerling, Frau Goetz, Herr Gutschmidt, Herr Hilbert, Herr Jonsson, Herr Siekmann, Herr Tschechne (Jan Albroscheit)

Projekte aus dem PGW Unterricht


Projektwoche des PGW-Profils S1 im September 2015

Für unsere diesjährige Projektwoche haben wir uns vier grobe Schwerpunkte gesetzt: wissenschaftliches Arbeiten lernen, unser Politikverständnis verbessern, Bewerbungstraining machen und vor allem uns besser kennenzulernen. Letzteres war so wichtig, weil wir als Profil erst seit eineinhalb Wochen existierten und bisher keine Chance hatten unsere Klassengemeinschaft zu stärken, wofür die Projektwoche hingegen perfekt geeignet war.

Am Montagmorgen sind wir mit einem gemeinsamen Frühstück entspannt in die Projektwoche gestartet. Weiter ging es mit einem Spiel um Allgemeinwissen, in dem wir gruppenweise gegeneinander „gekämpft“ haben, um ja nicht als Verlierer dazustehen und das Geschirr abräumen zu müssen. Anschließend ging das Programm mit einem eher außergewöhnlichen Brief weiter – nämlich mit einen an uns in zwei Jahren, wenn wir unsere Abiturprüfungen schon abgeschlossen haben und kurz vor Ende unserer Schulzeit stehen. Die Briefe haben wir dann in Herrn Albroscheits Obhut gegeben, in dem Vertrauen, dass er uns diese als unser Tutor in zwei Jahren wiedergibt. Danach haben wir uns intensiv mit dem Thema Praktikum beschäftigt, da wir im Juni/Juli des nächsten Semesters unser zweites Betriebspraktikum absolvieren müssen. Zunächst haben wir, um Ideen und Anregungen für bestimmte Betriebe auszutauschen, unseren letzten Praktikumsplatz auf einen Zettel geschrieben und je nach dem ob wir es weiterempfehlen würden oder nicht, in eine bestimmte Spalte an die Pinnwand gepinnt. Zeit für Nachfragen gab es noch, bis wir in den nächsten Programmpunkt übergingen: unsere Stärken und Schwächen aufzulisten und in Partnerarbeit darüber zu diskutieren. Dies war eine gute Orientierungsmöglichkeit für welche, die noch keine Ideen für eine passende Stelle gefunden haben. Etwas mehr Arbeit benötigte es, als wir uns daran machten ein Bewerbungsschreiben zu entwerfen oder ein Bewerbungsgespräch zu simulieren. Eine Version eines Bewerbungsgesprächs wurde von einer Gruppe Schülern auch vorgeführt und wir hatten die Chance Rückmeldungen und Tipps an die Gruppe weiterzugeben. Insgesamt war das ein lehrreicher und spannender erster Projekttag.

Am zweiten Tag trafen wir uns erst am Abend in der in der Schule sein; davor war nämlich „Home-Office“ angesagt. Wir haben uns in Gruppen darüber erkundigt, welche Quellen am besten geeignet sind um sich über politische Themen zu informieren. Am Abend versammelten wir uns dann im Schulgarten zum Grillen. Jeder brachte sein eigenes Fleisch mit und einige haben sogar leckere Salate gemacht. In zwei große Reihen stellten wir die Tische auf und redeten und aßen während einige sich abwechselnd um das Fleisch kümmerten. Die Stimmung war sehr gut, harmonische Musik klang aus einem Audioverstärker und begleitete die Gespräche. Das war der wohl entspannteste und gemütlichste Tag der Projektwoche, den wir hoffentlich alle in schöner Erinnerung behalten werden.

Wesentlich anstrengender waren hingegen die beiden Tage beim Workshop „Finanzen der Zukunft“ (FidZ) in Hammerbrook. Zu Beginn des ersten Tages hat uns eine Leiterin von FidZ in die Welt der Finanzpolitik eingeführt und uns erklärt, welche Komponenten für Hamburg eine wesentlich Rolle spielen, um die wirtschaftliche Lage zu verbessern. Danach wurde die Regierung, bestehend aus drei Parteien, gewürfelt und die Klasse verschiedenen zugelost. Da es ein Planspiel war, bekam jeder einen neuen Nachnamen zugeteilt mit dem wir fortan angesprochen wurde. Es folgten die Koalitionsverhandlungen und die Parteien setzten ihre Schwerpunkte. Zwischendurch interviewte die Journalistengruppe die wichtigsten Mitglieder der einzelnen Parteien, den zuvor gewählten Bürgermeister und den Fraktionsvorsitzenden. Beides wurde dann von der Presse in einer Tagesschau dar- und anschließend vorgestellt. Um 13 Uhr legten wir eine längere Pause ein und gingen in die Kantine zum Mittagessen. Nach einer weiteren Arbeitsphase der Partei und einer zweiten Tagesschau, kamen die Senatoren verschiedener Parteien, sowie zwei Journalisten, die das ganze moderierten zu einer Podiumsdiskussion zusammen. Das war besonders spaßig, da man sich in verschiedene Positionen hineinversetzen und dazu argumentieren musste. Am zweiten Tag wurden wir wieder in neue Gruppen eingeteilt und mussten uns einen Slogan ausdenken, der unsere Interessen für Hamburg vertritt. Hinterher haben wir Bögen bekommen, auf denen wir unseren Haushaltsplan strukturieren, also festlegen, wie viel Geld wir jeweils in Bildung, Soziales, Inneres, Bauen, Wirtschaft und Finanzen stecken und damit einhergehend auch Schulden machen sollten. Jede Planungsperiode beinhaltete fünf Jahre und die Ergebnisse, welche die einzelnen Gruppen durch ihr Wirtschaften erzielten, wurden danach digital in einem Balkendiagramm ausgewertet. Jedoch war das Ziel nicht, für die jeweilige Planungsperiode eine gute Wirtschaft zu erzeugen, sondern nachhaltig zu investieren.

Die Tage waren zwar lang, doch die Zeit verging schnell, weil man immer beschäftigt war und sich mit neuen Aufgaben auseinandersetzen musste. Zudem waren wir in immer unterschiedlichen Gruppen, sodass man mit Allen aus dem Profil zusammenarbeiten und sich besser kennenlernen konnte. Außerdem haben wir das erste Mal einen guten Einblick in die Finanzpolitik bekommen, was sehr interessant war.

Lehrreich war auch der Abschluss der Projektwoche: Eine angehende Lehrerin von „Studenten machen Schule“ erläuterte uns in zwei 90minütigen Workshops, wie wir uns auf die Präsentationsleistungen und -prüfungen vorbereiten können.

Niusha, Melissa und Cosma (PGW-Profil, 1. Semester)

Wahl-O-Mat und Juniorwahl

Wenn am 15. Februar 2015 die wahlberechtigten Hamburgerinnen und Hamburger zu den Urnen strömen, um die neue Bürgerschaft zu wählen, dann dürfen erstmals auch die 16- und 17-Jährigen mitbestimmen.

Umso größer erscheint daher das Bedürfnis, sich in den vielen und komplexen Themen auszukennen, um die „richtige“ Wahlentscheidung zu treffen. Eine Gelegenheit, sich intensiver mit den Themen der Hamburger Landespolitik auseinanderzusetzen, hatten die Schüler des 4. Semesters am vergangenen Montag beim Wahl-O-Mat zum Aufkleben. PGW-Lehrer Jan Albroscheit hatte drei Teamerinnen vom Landesring e.V. eingeladen, die im Meitner-Form verschiedene Stellwände mit 38 Thesen zu den wichtigsten Themen des Wahlkampfes aufstellten.

Die Schülerinnen und Schüler der drei Oberstufenprofile mussten zu diesen Thesen Stellung beziehen und Punkte aufkleben. Am Ende erhielten sie ihr Ergebnis, auf dem die größten Übereinstimmungen zu den Parteien, die zur Wahl antreten, aufgeführt waren. Einige Erstwähler, das zeigte die anschließende Diskussion, waren dabei durchaus überrascht von ihrem Ergebnis.

Eine weitere Gelegenheit, sich mit dem Thema Bürgerschaftswahl auseinanderzusetzen, haben die Schüler des Lise-Meitner-Gymnasiums in der Woche vom 09.-13.02.2015. Alle Schülerinnen und Schüler von der 8. bis zur 12. Klasse nehmen dann an der Juniorwahl teil, bei der die Bürgerschaftswahl simuliert wird.

Der HOG-Kurs ist unter den Preisträgern des Schülerwettbewerbs der Bundeszentrale für politische Bildung

Die Jury der Bundeszentrale für politische Bildung war beeindruckt: Die Schülerinnen und Schüler des Wahlpflichtkurses Handlungsorientierte Gesellschaftswissenschaften (HOG) des Lise-Meitner-Gymnasiums haben sich mit ihrem Beitrag zum Schülerwettbewerb nicht nur viel Arbeit gemacht. Ihr Thema "Achtung, rechte Szene!" hat sie offensichtlich beschäftigt und zu einer kreativen Leistung angespornt. Für die Anstrengung wurden die Zehntklässler jetzt mit einem Preis belohnt: Der Kurs erhält pro Person ein Jugendbuch.

„Die Schülerinnen und Schülern haben sich wirklich sehr große Mühe gegeben und viel über Rechtsextremismus herausgefunden“, sagt der Kurslehrer Jan Albroscheit. Einige Gruppen nahmen Kontakt mit dem Hamburger Verfassungsschutz auf, andere interviewten Aussteiger aus der Szene oder setzten sich mit rechtsextremen Symbolen und der Musik auseinander. Die Arbeitsergebnisse wurden auf Plakaten festgehalten, als Wettbewerbsbeitrag eingereicht und erstmals beim Tag der offenen Tür ausgestellt.

Die Konkurrenz, gegen die sich das Lise-Meitner-Gymnasium mit seinem Beitrag durchsetzen konnte, war riesig. Fast 50.000 Jugendliche der 4. - 11. Jahrgangsstufen aus Deutschland und Österreich haben beim Schülerwettbewerb zur politischen Bildung 2013 mitgemacht. 2.216 im Team erarbeitete Projektergebnisse waren zu bewerten. Die Jury setzte sich aus Fachlehrkräften sowie Mitarbeitern einiger Kultusministerien zusammen. Neben dem Thema „Achtung, rechte Szene!“ hatten die Kinder und Jugendlichen viele weitere Aufgabenstellungen zur Auswahl: „Geklaut, erwischt – und jetzt?“, „Brasilien ist mehr als Fußball!“, „Leben ohne Computer und Handy?!“, „Tag der deutschen Einheit“, „Super-Sonderangebot – Verkaufstricks entlarven“, „Europa und wir“, „Mein Bild gehört mir!“ und das freie Thema „Politik brandaktuell“.

Der angesehene Schülerwettbewerb, der unter der Schirmherrschaft von Bundespräsident Joachim Gauck steht, möchte wichtige Themen in die Schulen hinein tragen, methodische Anstöße geben und so die Arbeit der Lehrerinnen und Lehrer unterstützen.

Jugend im Parlament 2013

In der Woche vom 16.9 bis zum 20.9.2013 war ich, Paulina, beim diesjährigen Jugend im Parlament der Hamburgischen Bürgerschaft. Insgesamt waren dort 126 Jugendliche in dem Alter von 15-21 Jahre aus verschiedenen Schulen und Ausbildungsstätten in Hamburg. Wir haben gemeinsam für eine Woche ein eigenes Parlament gegründet, Präsidenten gewählt und fünf verschiedene Ausschüsse gebildet. Unsere Ausschussthemen waren Bildungschaos für den Schulausschuss, erneuerbare Energien für den Umweltausschuss, kostenlose HHV-Fahrten für SchülerInnen und Azubis für den Verkehrsausschuss, Videoüberwachung an öffentlichen Plätzen für den Innenausschuss und Wohnungsnot für den Stadtentwicklungsausschuss. Ich selber entschied mich für den Schulausschuss und habe mich dort intensiv mit dem Thema Inklusion auseinandergesetzt. Außerdem hat sich unser Ausschuss mit der Oberstufengestaltung, dem Thema G8 und G9 und dem Lehrer- und Geldmangel an Schulen auseinandergesetzt. Zusammen haben wir verschiedene Politiker aus den verschiedenen Fraktionen in der Hamburgischen Bürgerschaft zu unseren Themen befragt und sieben Schüler, unter anderem ich selber, aus unserem Ausschuss hatten am Mittwoch zudem die Ehre unseren Hamburger Schulsenator Ties Rabe zu treffen und mit ihm eine Stunde lang über unsere Themen zu reden. Durch die Gespräche mit den verschiedenen Politikern konnten wir uns genauere Meinungen bilden und haben so Forderungen zur Änderung des Hamburger Schulsystems verfasst. Am Donnerstagnachmittag kam unser Ausschuss unter anderem zu dem Beschluss, dass die jetzige Form der Inklusion keine gerechte Form weder für Sonderschüler noch für Stadtteilschüler ist. Wir sind zwar grundsätzlich alle für die Inklusion, jedoch fordern wir, dass man Inklusionsklassen an Stadtteilschulen bereitstellt um die Schüler mit besonderem Förderbedarf auf den ersten Bildungsabschluss intensiv vorzubereiten. Zusätzlich waren wir der Meinung, dass die Zusammenarbeit von mehreren Schulen in der Oberstufe ein Muss sein sollte und keine Ausnahme, sodass jeder Schüler eine große Auswahl an Profilen hat. Zusammen mit unseren anderen Forderungen haben wir diese in einer Resolution schriftlich zusammengefasst. Am Freitag wurden dann die einzelnen Resolutionen im Plenarsaal vorgestellt und wir als Plenum haben darüber abgestimmt. Unser Präsident hat am Ende unsere gesamte Resolution, die 16 Seiten betrug, der Präsidentin der Hamburgischen Bürgerschaft übergeben. Ich kann diese Woche nur jedem empfehlen, der politisch interessiert ist. Man bekommt einen guten Einblick in die Geschehnisse in der Hamburgischen Bürgerschaft und hat die Chance, seine eigene Meinung mit anderen auszutauschen. Zudem kann man mit der Resolution auch einiges bewirken, da die behandelten Themen auch in den echten Ausschüssen diskutiert werden.

Paulina S., PGW-Profil, 1. Semester

Schüler des Lise-Meitner-Gymnasiums diskutieren mit dem Bürgermeister

Eine vom Landesinstitut organisierte interaktive Veranstaltung rund um die Tätigkeiten des Bürgermeisters nutzten sechs Oberstufenschüler des Lise-Meitner-Gymnasiums, um dem Bürgermeister der Freien und Hansestadt Hamburg, Olaf Scholz (SPD) auf den Zahn zu fühlen. Zunächst wurde in einem Lehrervortrag erläutert, welche Aufgaben und Kompetenzen der Bürgermeister hat. Im Anschluss daran erfolgte eine 90minütige Diskussion mit Olaf Scholz und zahlreichen Hamburger Schülern aus den unterschiedlichsten Schulformen. Als Oskar Trautmann, einer der sechs anwesenden Schüler des Lise Meitner Gymnasiums und Mitglied des PGW-Profilkurses, die gespaltene Gesellschaft unserer Stadt ansprach, wurde ihm vom Bürgermeister recht gegeben. Allerdings wies Scholz auch darauf hin, dass er alles, was in seiner Macht steht, probieren wird, um dieser Spaltung entgegen zu wirken. Er nannte das Beispiel, dass Bauunternehmern vorgeschrieben werde, dass sie an einem Standort zuerst soziale Wohneinrichtungen und erst im Anschluss luxuriöse Firmenkomplexe konstruieren müssten. Mit diesen kurzen und klaren Antworten gaben wir uns schließlich zufrieden und verließen die Versammlung zufrieden nach drei Stunden Aufenthalt – und das mit der Gewissheit, wieder einiges über Politik gelernt zu haben. (Katharina Ehlbeck, Jan Albroscheit)

Staatsrat am Europatag im Lise-Meitner-Gymnasium

Die Bandbreite der Themen war enorm: Vom Hamburger Hafen, über Griechenland, die Türkei hin zur Europawahl und der Frage der geringen Wahlbeteiligung. Annähernd 140 Schülerinnen und Schüler des Lise-Meitner-Gymnasiums ließen es sich nicht nehmen, ihre Fragen aus den unterschiedlichsten Bereichen der Europolitik an den prominenten Gast im Meitner-Forum, Staatsrat Wolfgang Schmidt (SPD), zu richten. Auf Einladung des Politik-Gesellschaft-Wirtschaft-Lehrers Jan Albroscheit war dieser in das Lise-Meitner-Forum gekommen, um mit Schülerinnen und Schülern der 9., 10. und 11. Klasse im Rahmen der Europawoche bzw. des Europatages über die EU zu sprechen und diskutieren.

Dabei wurde deutlich, dass – im Gegensatz zur oft wahrgenommenen Stimmung – bei den Jugendlichen ein großes Interesse am Thema Europa besteht. „Inwiefern profitiert Hamburg von der EU?“, fragte die Schülerin Kassandra Pantazi. Staatsrat Schmidt, Bevollmächtigter beim Bund, bei der EU und für auswärtige Angelegenheiten, verwies in seiner Antwort u.a. auf den Hamburger Hafen. Er plädierte klar für den Verbleib Deutschlands in der Euro-Zone und lehnte die neu gegründete Partei Alternative für Deutschland ab, die ihm zufolge keine wirkliche Lösung für die Eurokrise habe. Schmidt erzählte von seinen Erfahrungen aus der Politik in Hamburg und Berlin und versuchte, den Schülerinnen und Schüler die zum Teil auch schwierigen Themen lebensnah an verschiedenen Beispielen zu vermitteln. Als Johanna Ries Staatsrat Schmidt fragte, ob er den EU-Beitritt der Türkei befürworte, antwortete dieser mit einem klaren „Ja“. Bei der Frage nach einem möglichen Demokratiedefizit und Lösungen für das politische Desinteresse bat Wolfgang Schmidt die Schülerinnen und Schüler, selbst aktiv zu werden und eigene Interessen und Wünsche einzubringen.

Für die Schülerinnen und Schüler des Lise-Meitner-Gymnasiums waren es zwei interessante und lehrreiche Stunden. Staatsrat Schmidt, der sich als „überzeugter Europäer“ bezeichnete, freute sich über das informierte und aktive Publikum. Über weitere Aktivitäten im Rahmen der Europawahl 2014 wurde nach der Diskussion bereits gesprochen. „Wir sind immer offen für solche Veranstaltungen und werden sicher wieder Politiker oder andere Gäste einladen“, sagt der PGW-Lehrer Jan Albroscheit.

Bundeswehr macht Schule – Ein Jugendoffizier besucht das Lise-Meitner-Gymnasium.

Passend zum aktuellen Thema „Internationale Beziehungen“ des S4 PGW- Profils kam am 11.04.2013 der Jugendoffizier der Bundeswehr Sven Koch an das LMG, um von seinen Erfahrungen in Afghanistan und seinen Auffassungen der aktuellen Lage in Afghanistan zu berichten. Während des Unterrichts ging es maßgeblich um die Frage, unter welchen theoretischen Voraussetzungen Frieden möglich ist. Koch erzählte dann von der Realität, welche sich zum Teil deutlich von der Theorie unterschied. Die Klasse hat sich entschieden, einen realitätsnahen Bericht hören zu wollen, von Soldaten, die selber im Ausland waren. Koch war in Afghanistan als Kommandeur von 40 Soldaten. Seine Aufgabe war es, die Kommunikation zwischen den Feldlagern, bei Übungen oder nach Deutschland zu gewährleisten. Er selber sagte, dass seine Einheit die „Telekom der Bundeswehr“ sei.

Darüber hinaus war es Kochs Aufgabe, Abgeordneten des Deutschen Bundestages die Mission Afghanistan zu zeigen, damit sie sich von der Bedeutung des Einsatzes überzeugen konnten. Im Gepäck hatte Koch außerdem viele beeindruckende Bilder von der Landschaft und den Menschen Afghanistans. Während auf dem Land der größte Bevölkerungsanteil arm und ohne Strom oder fließend Wasser ist, herrschten in den Städten bereits Verhältnisse, die mit nordafrikanischen Städten vergleichbar sind.

In einer anschließenden Frage- und Diskussionsrunde kamen auch Probleme des Auslandseinsatzes zur Sprache, unter anderem die Rückkehr von Soldaten mit einer Posttraumatischen Belastungsstörung (PTBS). Koch erklärte, dass PTBS in der Vergangenheit oftmals nicht ernst genug genommen wurde, jedoch seit einigen Jahren ein Umdenken stattfindet und bereits Therapiezentren zur Behandlung gebaut worden sind.

Auf die Frage, ob der Einsatz in Afghanistan bald zu Ende sein würde, wusste er auch keine Antwort. Diese Verantwortung läge bei der Politik und den Maßnahmen zur Stabilisierung des Landes. Die Bundeswehr könne nur für die Sicherheit sorgen und Soldaten ausbilden. Alles, was darüber hinaus geht, liegt in anderen Händen, zum Beispiel im deutschen Außenministerium oder in der Ausbildung von Polizeipersonal.

Koch gewährte dem Kurs mit seinem Besuch einen Einblick in die Tätigkeiten der Bundeswehr in Afghanistan. Insgesamt war es ein sehr informativer Vortrag, angereichert mit persönlichen Erlebnissen, was den Bericht zusätzlich veranschaulichte. (Ole Bachman, Nassib Ahadi, S4)

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