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Gespräch mit einer Überlebenden in der Gedenkstätte des Konzentrationslagers Neuengamme


17.05.2017 Anfang Mai 2017 jährte sich die Befreiung des im Südosten Hamburgs gelegenen Konzentrationslagers Neuengamme durch die britische Armee zum 72. Mal. Aus diesem Anlass kamen ehemalige Häftlinge des Konzentrationslagers, die während des Nationalsozialismus nach Deutschland verschleppt worden waren, nach Hamburg, um an einer feierlichen Gedenkveranstaltung teilzunehmen und mit Schulklassen zu sprechen.
Im Gesellschaftsunterricht der IVK 10 i haben wir schon seit einiger Zeit zu dem Thema Nationalsozialismus und Zweiter Weltkrieg gearbeitet, unter anderem haben die Schülerinnen und Schüler interessante und informative Präsentationen gehalten. So entschieden wir, dass wir an einem Gespräch mit Überlebenden teilnehmen wollten, und fuhren am 4. Mai in die Gedenkstätte Neuengamme. Dort hatten wir die großartige Gelegenheit, Joanna Fryczkowska kennenzulernen, die sich mit siebzehn Jahren an dem Warschauer Aufstand 1944 beteiligte, den die deutschen Besatzungstruppen erst nach 63 Tagen unterdrücken konnten, indem sie Massenmorde an der polnischen Zivilbevölkerung begingen und Warschau fast vollständig zerstörten. Joanna Fryczkowska wurde von den deutschen Besatzern verhaftet und zunächst in das Frauenkonzentrationslager Ravensbrück verschleppt, von dem sie dachte, „sie könne es nicht überleben“. Später kam sie in das Konzentrationslager Neuengamme, wo sie unter unmenschlichen Bedingungen arbeitete, aber auch Solidarität unter den Inhaftierten erfuhr. Noch im April 1945 zwang die SS-Wachmannschaft sie und ungefähr 10000 andere Häftlingen auf sogenannte Todesmärsche zum Konzentrationslager Bergen Belsen, um Himmlers Befehl umzusetzen, dass möglichst keine KZ-Häftlinge überleben sollten.
Doch Joanna Fryczkowska überlebte und sprach am 4. Mai 2017 mit uns. Wir waren beeindruckt von ihrer Freundlichkeit, ihrer Vitalität und ihrer Klarheit, in dem, wie sie über die Vergangenheit sprach. Und davon, dass sie sich mit ihren 90 Jahren noch einmal auf den Weg gemacht hat, um mit uns zu sprechen. Sie selbst sagte, es würde wegen ihres fortgeschrittenen Alters das letzte Mal sein.
Vielen Dank, Joanna Fryczkowska.

Die IVK 10 i und Marianne Metze

Die Geschichte von Frau Fryczkowska

Die Geschichte von Frau Fryczkowska hat mich sehr betrübt. Ich konnte mir nicht vorstellen, was sie alles erlebt hat, aber trotzdem hat Frau Fryczkowska die schwere Vergangenheit ihres Lebens mit einem Lächeln auf ihrem Gesicht erzählt. Als wir dieses Konzentrationslager besucht haben, haben wir auch viele Sachen gesehen, zum Beispiel die Sachen, die von diesen Menschen geblieben sind und der Platz, wo sie gearbeitet haben. Das Schwierigste für mich war die Liste mit den Namen von allen Menschen, die ermordert wurden. Es gab viele Nationalitäten, Männer und Frauen. Für mich ist undenkbar, wie jemand so etwas Schreckliches machen konnte.

geschrieben von Melita Bahic (IVK 10 i)

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