Nicaragua-Partnerschaft

Heinrich- Hertz-Schule                 Tránsito Berrios López

  Hamburg                                                                  León

 

Nicaragua ist eines der ärmsten Länder Lateinamerikas. Die sandinistische Revolution von 1979  beendete zwar eine jahrzehntelange Bereicherungsdiktatur der Familie Somoza, aber auch die Regierung der Frente Sandinista konnte die Hoffnungen der Menschen auf bessere Lebensverhältnisse vielfach nicht erfüllen. Nach einem massiv von den USA unterstützten Krieg der Konterrevolution und einem parlamentarischen Machtwechsel hin zu einer konservativ-restaurativen Regierung sind die Lebensverhältnisse in Nicaragua bedrückend.

Die Arbeitslosigkeit wird mit mehr als 50 % angegeben. Die Verschuldung pro Kopf ist eine der höchsten der Welt. Die Gesundheitsversorgung ist rückständig, die Kindersterblichkeit steigt. Die schulische Ausbildung wird immer mehr privatisiert und damit zu einem Privileg der Wenigen, die Schulgeld und Materialien bezahlen können. Die allgemeine Schulpflicht soll auf vier Jahre reduziert werden.

Die Heinrich-Hertz-Schule hat seit 1984 Kontakte zu nicaraguanischen Kindergärten und Vorschulen. Aufgebaut wurden diese Beziehungen sowohl von Hartmut Neutzner, der von 1981 bis 1984 über den Deutschen Entwicklungs-dienst (DED) in Nicaragua an der Universität in Managua tätig war, als auch von John Stöterau, der unter anderem im Rahmen seiner Gewerkschaftsarbeit mit der GEW Nicaragua besuchte. Seit mehreren Jahren unterstützt die HHS  die VorschuleTránsito Berrios López“ in Subtiava, einem sehr armen,

zum Teil indianisch geprägten Vorort von León. In der Schule werden etwa 400 drei- bis sechsjährige Kinder in zwei Schichten vormittags und nachmittags von 11 Lehrerinnen betreut und unterrichtet. Dazu stehen der Schule fünf Pavillonräume zur Verfügung. Diese werden von den Lehrern und Eltern der Schule mit finanzieller Unterstützung der HHS renoviert und mit Schulmöbeln ausgestattet.

Die Stadt Hamburg unterhält seit 1989 eine Entwicklungspartnerschaft mit Nicaraguas zweitgrößter Stadt León. Unsere Schule beteiligt sich schon seit 1985 an der Container-Aktion der GEW-Hamburg und schickt jährlich mehrere Kunststofftonnen mit Schulmaterial, Spielen und Kleidung nach Nicaragua. Die Sammlung von Geldspenden an der HHS  erbrachte durchschnittlich einen Betrag von 2000,- DM pro Jahr.

 

 

Besonders engagiert haben sich an der HHS immer die Klassen von Frau Clausen, die am Tag der offenen Tür im Januar Produkte der GEPA aus Entwicklungsländern verkauften und den Erlös an unsere Partnerschule spendeten. Eine ständige kleine Ausstellung mit Bildern und Schreiben von der Schule befindet sich im Flur des Hauses D beim Milchverkauf. Aus Nicaragua hatten wir 1996 Besuch an der HHS von einer Delegation aus León. Im Jahr 1998 verbrachten die Kollegen Fehr, Knapp und Neutzner mit Familienangehörigen die Sommerferien in Nicaragua und besuchten dabei auch unsere Partnerschule in León.

 Hartmut Neutzner und John Stöterau, November 2001

 

 

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