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Mathematik und konkrete Kunst – die Ausstellung

08.06.2011 Am 19.5. war es endlich so weit: Die durch den Projekttag im Februar inspirierten mathematischen Kunstwerke unserer Siebtklässler konnten einer gespannten Öffentlichkeit präsentiert werden. Nach einer kleinen Eröffnungsrede zu Mathe.Forscher-Netzwerk und Idee der 'Konkreten Kunst' konnten die Besucher gemeinsam mit einigen der jungen Künstler und der beteiligten Mathematik- und Kunstlehrer die Ausstellungsobjekte betrachten und diskutieren – nicht ohne das oftmals für dieses Alter hohe mathematische und künstlerische Niveau zu bestaunen.

Fotostrecke Mathematik und konkrete Kunst

Mehr zur Ausstellung findet man auf der Webseite der Deutschen Kinder- und Jugendstiftung unter www.matheforscher.de.

Die Eröffnungsrede von Herrn Kowalewski gab einen Einblick in das Anliegen des Mathe.Forscher-Netzwerks und die Grundidee der konkreten Kunst:

Liebe Gäste,
fast genau ein Jahr ist es jetzt her, da haben wir an der Heinrich-Hertz-Schule die Korken knallen lassen. Unsere Bewerbung für das Mathe.Forscher-Netzwerk der Deutschen Kinder- und Jugendstiftung war erfolgreich. Als eine von drei Hamburger Schulen arbeiten wir nun – unterstützt auch von der Stiftung Rechnen, deren Vertreterin hier anwesend ist – seit Beginn des Schuljahres 2010/11 gemeinsam mit je 3 Bremer und Hannoveraner Schulen daran, den Mathematik-Unterricht auf eine neue Grundlage zu stellen: Unsere Schüler sollen Mathematik als ein Werkzeug kennen lernen, mit dem man Fragen an seine Umwelt stellen und beantworten kann, wir wollen, dass sie die Haltung von Forschern entwickeln, versuchen, hinter die Oberfläche des bloß Vorhandenen oder scheinbar Selbstverständlichen zu schauen und dessen Zusammenhänge, Abhängigkeiten oder Ursachen forschend zu ergründen. Wir hegen die Hoffnung, dass unsere Schüler solchermaßen im Erfahren der Sinnhaftigkeit von Mathematik Spaß und Freude an ihr gewinnen, Abneigungen überwinden, sie als beherrschbar erfahren und damit Selbstbewusstsein entwickeln und eigene Schwächen und Defizite abbauen.
Ein Jahr nach diesem Tag des Jubels, der zugleich ein Tag der ernsten Selbstverpflichtung für uns war, haben wir nun Sie, liebe Gäste, dazu eingeladen, die Ergebnisse unseres ersten großen Vorhabens im Rahmen des Mathe.Forscher-Netzwerks zu begutachten – die aus dem Projekttag "Mathematik und konkrete Kunst" des Jahrgangs 7 hervorgegangenen Kunstwerke unserer Schüler. Einige Sätze zum Verständnis dieses Projekts möchte ich noch anfügen, die sicherlich auch Ihren Genuss der ausgestellten Objekte fördern. Was ist konkrete Kunst ? Jede künstlerische Darstellung der uns umgebenden Wirklichkeit muss deren konkrete Fülle reduzieren, ist in diesem Sinne einseitig und abstrakt: Das Landschaftsgemälde kann nicht den Duft der Blumen der Frühlingswiese wiedergeben, nicht den lauen Zug des Frühlingswindes oder das Gefühl des Berührtwerdens durch den Grashalm vermitteln, nicht das Zirpen der Grillen in seiner ganzen monotonen Vielstimmigkeit erstehen lassen. Kunst kann nur konkret sein, wenn dieser Gegenstand selbst abstrakt ist, wenn er Struktur ist – mathematische Gesetz- und Regelmäßigkeit. Konkrete Kunst will die Schönheit mathematischer Strukturen für uns erlebbar machen, sie setzt sie daher als Form und Farbe, schafft so eine Anschauung des Unanschaulichen, eine Konkretion des Abstrakten. Indem sie so den Gegenstand künstlerisch darbietet, verschlüsselt sie ihn zugleich, fordert den Betrachter dazu auf nun selbst zu abstrahieren und die zugrundeliegende Regelhaftigkeit aufzufinden. Entsprechend kam es für unsere Schüler am Projekttag zuerst auch darauf an, die Mathematik zu erforschen, die in den ausgewählten Werken von Max Bill, Suzanne Daetwyler, Richard Paul Lohse und anderen uns entgegentritt: Was ist eigentlich Quantengleichheit zwischen Rot und Blau und wie realisiert Max Bill diese Quantengleichheit? Nach welchen Gesetzmäßigkeiten ordnen sich Richard Paul Lohses komplementäre Farbreihen? In diesem Forschungsprozess erhielten die Schüler von uns nur immer die minimal notwendige Unterstützung, um nicht die Eigenständigkeit der Erkenntnisse zu gefährden. Erst wenn die mathematische Analyse vollendet und zu Papier gebracht war, folgte der zweite Schritt, das eigene Kunstwerk, in dem die Idee des Vorbildes mehr oder weniger selbständig verarbeitet wurde. Die Ergebnisse dieses Prozesses, zum Teil auch die Dokumentation des Prozesses selbst, sind das, was wir ihnen hier zeigen wollen, liebe Gäste.

Jürgen Kowalewski


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