Die zweite Phase: Die Gründung der römischen Republik (510 - 44 v. Chr.)

Die Gründung der römischen, aristokratisch-patrizischen Republik

Der letzte herrschende römische König namens Lucius Tarquininius Brutus, wurde wegen seiner etruskischen Herkunft vom römischen Adel (Patrizier) vertrieben. Das römische Königtum wurde von einer römischen, aristokratisch-patrizischen Republik abgelöst.

510 - 48 v.: Chr. Die Staatsverfassung und die Gesellschaft Roms und des Römischen Reiches

In der römischen, aristokratisch-patrizischen Republik gab es nun eine neue Herrschafts- bzw Regierungsform. Alte vereinigte Aufgaben und Vollmachten wurden in religiöse und politische Bereiche aufgegliedert.An die Stelle des Königs, trat nun die Führungsperson des Praetors bzw. Konsuls, der ausschließlich aus den römischen Adelsgeschlechtern der Patrizier entstammen mußte, und der wiederum seinerseits, für eine Amtsdauer von einem Jahr gewählt wurde. Eine Wiederwahl als Praetor bzw. Konsul, wurde nur nach einem Intervall von einem Jahr ohne Amt wieder möglich. Allmählich machte sich Unzufriedenheit unter der römischen Bevölkerung der Plebejer, über die vorherrschenden Machtverhältnisse innerhalb der römischen Gesellschaft breit, und bald wurde die römische, aristokratisch-patrizische Republik durch "Ständekämpfe" zwischen den Patriziern und Plebejern untereinander geprägt. Bei diesen "Ständekämpfen" handelte es sich um Forderungen nach einer Verbesserung für die politische und soziale Stellung der Plebejer im Staate. Dies waren:

1.) - Die Forderung nach dem Schutz vor willkürlich erscheinenden Amtshandlungen des Senats oder der Magistrate;

2.) - Die Forderung nach der zivil- und strafrechtlichen Gleichstellung und Gleichbehandlung mit den Patriziern;

3.) - Die Forderung nach der Teilhabe an der Staatsführung.

Um diesen Forderungen Nachdruck zu verleihen, schufen die Plebejer ihre eigene Volksversammlung und setzten Magistrate, vor allem Volkstribunen ein, die einen erheblichen Teil zur Verwirklichung dieser Forderungen beitrugen. Denn nach über hundertjährigen, inneren, gewaltsamen "Ständekämpfen" zwischen den Plebejern und den Patriziern, erfolgte die, mit Hilfe des sogenannten "Zwölftafelgesetzes", herbeigeführte Gründung des römischen, patrizisch-plebejischen Staates, die klassische Form der römischen Republik.

Von nun an gab es zwei Führungspersonen aus den beiden römischen Gesellschaftsschichten, nämlich eine aus den römischen Adelsgeschlechtern der Patrizier und eine aus der römischen Bevölkerung der Plebejer, die das Amt des Praetors bzw. Konsuls für eine Amtsdauer von einem Jahr bekleideten. Durch die Bekleidung des Praetors bzw. Konsuls, später auch der anderen hohen Staatsämter, gelangten zum ersten Mal Plebejer in den Senat. Der Senat, die Versammlung der gegenwärtigen und früheren Magistrate, wurde dem alljährlichen Ämterwechsel nicht unterworfen, so daß er die eigentliche Regierung und Kontrolle über die Magistrate ausgeübte, dessen Anweisungen auch die Praetorn bzw. Konsuln folgen mußten.

Eine Skizze über die Staatsverfassung und über den Staatsaufbau: Verweis auf den dtv- Atlas zur Weltgeschichte auf der Seite. 74

 

 

Diese politischen und sozialen Umwälzungen führten zur Entstehung einer neuen Oligarchie, eines römischen Amtsadels, der sogenannten "Nobilität", die nicht nur aus den römischen Adelsgeschlechtern der Patrizier, sondern auch aus den wohlhabenden, politisch aktiven und einflußreichen Plebejern bestand. Von nun an besaßen die Plebejer dieselben Rechte wie die Patrizier. Unter anderem das aktive und passive Wahlrecht, das Provokationsrecht der Volkstribunen, das Recht auf die Eheschließung zwischen Patriziern und Plebejern untereinander und das Recht, hohe Priesterstellen zu bekleiden. Doch auf sozialer Ebene blieb der Standesunterschied zwischen Plebejern und Patriziern noch weiterhin bestehen. Dies zeigte sich vor allem in Kriegszeiten, in denen die Hauptlast hauptsächlich die römische Bevölkerung der Plebejer trug, vor allem jedoch der Stand der Kleinbauern, der in der Kriegszeit an die Front ziehen mußte und seine Felder nicht mehr bebauen konnte, so daß sein Besitz während dessen heruntergewirtschaftet und verschuldet wurde, und am Ende verkauft werden mußte.

Auf diese Weise verarmte der römische Bauernstand und sank zum Proletariat ab, und sah sich dann dazu gezwungen, teils auf den Gütern der Reichen Arbeit zu leisten, teils aber auch in die Städte zu ziehen, um somit seine weitere Existenz gewährleisten zu können. In Folge dessen, kam es daher, von seitens der "Noch-Besitz- Besitzenden", sehr bald zu Kriegsdienstverweigerungen. Und bald entstanden innere Spannungen, und erneute Unzufriedenheit machte sich unter der römischen Bevölkerung, über die vorherrschenden Machtverhältnisse breit.

133 - 121 v. Chr.: Die revolutionären Reformmaßnahmen der beiden römischen Brüder und "Nobiles" Tiberius Semppronius Gracchus (163 - 133 v. Chr.) und Gaius Semppronius Gracchus (153 - 121 v. Chr.)

Die ersten Reformversuche zeigten sich in den Maßnahmen der römischen "Nobiles" Tiberius und Gaius Semppronius Gracchus, die die Existenz des Proletariats in der römischen Gesellschaft durch die Vergabe von Ackerland verbessern wollten. Unter den beiden Brüdern ließ sich zuerst Tiberius Gracchus in das Volkstribunat wählen und griff auf ein altes, seit langem nicht mehr angewandtes Gesetzes zurück, um somit das benötigte Ackerland für das Proletariat besorgen zu können. Tiberius Gesetzesantrag besagte, daß jeder Bürger nur noch 1000 Joch Staatsland besitzen durfte, und daß die restlich- übriggebliebenen Ländereien an besitzlose Bürger vergeben werden sollten. Viele "Nobiles" wandten sich aber gegen diesen Gesetzesantrag und versuchten ihn zu verhindern, indem sie Tiberius während seines 2. Konsulatsjahrs, während eines Tumults von einer Senatorengruppe erschlagen ließen.

Nach dem Tod Tiberius, ließ sein Bruder Gaius Sempronius Gracchus den Gesetzesantrag seines Bruders durch Volksbeschluß zum Gesetz der römischen Staatsverfassung erheben. Dann versuchte er, die Ritterschaft als politisches Gegengewicht zur "Nobilität" aufzubauen, um somit gleichzeitig die Fortführung der Landreform unterstützen, und römischen Bundesgenossen uneingeschränktes und volles Bürgerrecht verschaffen zu können. Doch da die Ritter an einem Zusammengehen mit der römischen Unterschicht kein Interesse hatten, unterstützten sie Gaius und seine Bemühungen zur Fortführung der Landreform nicht weiter und ließen ihn im Stich, zugunsten günstigerer Gesetzesvorschläge eines anderen Volkstribunen, der mit dem Senat zusammenarbeitete. Ein vom Senat ausgerufener Staatsnotstand, ließ den Senat ungehindert gegen Gaius vorgehen, so daß Gaius am Ende, genauso wie sein Bruder zuvor umkam.

Nach dem Tod der beiden Brüder, wurde die Agrarreform- und die Bundesgenossenfrage von der Mehrheit des Senats sabotiert und bald verworfen. Obgleich das Neuaufrollen der Agrarreform- und Bundesgenossenfrage, nach dem Scheitern der beiden Gracchen, als ein Verhalten von "Popularen" bzw. "Volksfreunden" gegen die "Optimaten" bzw. "Nobilität" angesehen wurde, setzten sich dennoch immer wieder einzelne Politiker für die popularen Probleme der römischen Bevölkerung der Plebejer ein. Dies führte dazu, daß die innere Geschlossenheit der "Nobilität" allmählich verlorenging.

107 - 100 v. Chr.: Die Reformmaßnahmen des römischen Feldherrn und Popularen Gaius Marius (157 - 86 v. Chr.)

Während der Bürgerkriegszeit, bekleidete der römische Feldherr Gaius Marius, innerhalb von nur 8 Jahren sechs mal das Amt des Praetors bzw. Konsuls. Marius nahm, entgegen der Norm, eine große Zahl Proletarier in sein Heer auf. Sie dienten nicht mehr als zeitweilig einberufene Bürger-Miliz, sondern als Berufssoldaten. Und da diese besitzlosen Berufssoldaten nach ihrer Militärdienstzeit versorgt werden mußten, und dies damals nur durch die Landverteilung geschehen konnte, trat wiederum die Agrarreformfrage in den Vordergrund. Die "Nobilität" bekämpfte natürlich solche Feldherren, die der "Nobilität" nicht angehörten. Daher verbündete sich Marius mit popularen Politikern, um die Verteilung von Land an seine Soldaten durchsetzen zu können. Doch da er in parteipolitisch-taktischen Auseinandersetzungen unerfahren war, scheiterte er.

88 - 79 v. Chr.: Die reaktionären Reformmaßnahmen des römischen Diktators und Optimaten Lucius Cornelius Sulla (138 - 78 v. Chr.)

An einem von Marius Siegen war der römische Patrizier und Optimat Lucius Cornelius Sulla entscheidend beteiligt. Als ein Krieg in Rom wütete, und die Optimaten und Popularen sich nicht über den Oberbefehl gegen den Feind einigen konnten, setzte sich Sulla schließlich mit Gewalt durch. Nachdem der Krieg beendet, Rom durch Sullas Heer erobert, die Aufgebote der Popularen besiegt und Sullas innenpolitische Gegner verfolgt und umgebracht wurden, ließ sich Sulla vom Senat, in dem nur noch seine Anhänger Sitz und Stimmen hatten, zum Diktator ernennen. Seine Aufgabe bestand darin, den vom Bürgerkrieg zerrütteten römischen Staat neu aufzubauen, indem er den adligen Senat wieder zum Zentrum der politischen Entscheidungen machte. Sulla entmachtete das populare Volkstribunat und nahm ihm seine bisherige Stellung innerhalb der Magistratslaufbahn. Das Amt des Praeturs und Konsulats teilte Sulla in zwei Teile von je einem Jahr Amtsdauer ein. Der erste Teil, die eigentliche Magistratur, wurde von nun an in Rom und Italien, der zweite Teil, der sich als Promagistratur unmittelbar anschloß, in den Provinzen ausgeübt. Von nun an waren es nicht mehr die Praetoren und Konsuln, sondern nur der Propraetur und das Proconsulat, die mit einem militärischen Kommando, einem Imperium, ausgestattet wurden. Da nicht einmal die Optimaten, von den Popularen ganz zu schweigen, Sullas revolutionäre, jedoch rückwärts gewandte Staatsverfassung akzeptierten, wurde sie nach Sullas freiwilliger Abdankung bald entschärft und in ihren, gegen die Popularen gerichteten Teilen aufgehoben.

73 - 71 v. Chr.: Der "Spartakus-Aufstand" unter der Führung des römischen Sklaven und Gladiators Spartakus (? - 71 v. Chr.)

Die Sklavenbefreiungsfrage während des "Spartakus-Aufstandes" zwischen den Sklaven und der "Nobilität" in der römischen, patrizisch-plebejischen Republik

Während des Zeitabschnitts von 73 - 71 v. Chr., fand der "Spartakus-Aufstand" statt. Er begann damit, daß sich im Jahre 73 v. Chr. insgesamt 200 Gladiatoren zusammenfanden und einen Fluchtausbruch wagten, den allerdings nur 70 überlebten. Am Anfang waren sie nur mit Messern und Bratspießen bewaffnet, doch durch die in einigen Kämpfen mit anderen Truppen erbeuteten Waffen und durch die zu dem Sklavenhauptheer immerzu aus den umliegenden Gütern zustoßenden Scharen von neuen Sklaven, wurde das Sklavenhauptheer immer größer und mächtiger.

Am Ende zählte das Sklavenhauptheer ca. 120. 000 Sklaven, zu dem nicht nur Männer, sondern auch viele Frauen und Kinder gehörten. Als Anführer dieses Sklavenhauptheeres, wurde der römische Sklave und Gladiator Spartakus ernannt, der die neue Mannschaft von Sklaven militärisch auf die Kämpfe gegen die römischen Heere schulte. Spartakus war ein Ehrenmann, der die durch Kämpfe erbeuteten Güter innerhalb des Hauptheeres gleichmäßig verteilte. Aus diesem Grund verbot Spartakus dem Sklavenhauptheer auch den Besitz von Gold und Silber, ebenso die sinnlose Zerstörung und Plünderung von Siedlungen.

Zwar versuchte der römische Senat, mitunter die römische "Nobilität", mit Hilfe siegreicher Feldherren, das Sklavenhauptheer von Spartakus immer wieder zu bezwingen, doch wurden sie immerzu aufs Neue von Spartakus Sklavenhauptheer angegriffen und niedergemetzelt. Da es jedoch auf die Dauer in Italien zu gefährlich wurde, faßte Spartakus den Plan, die Sklaven über die Alpen aus Italien, in ihre Heimat, zu ihren Völkerschaften, nach Gallien, nach Thrakien und nach Germanien hinauszuführen. Doch nicht allen Sklaven stand der Sinn danach, Italien sofort zu verlassen. Übermütig durch die schnellen Siege gegen die römischen Heere, taten sich viele einzelne Sklaven, entgegen dem Willen Spartakus, in mehrere Sklavenabteilungen zusammen, verließen das Sklavenhauptheer von Spartakus und plünderten umliegende Siedlungen aus und ließen ihren angestauten Haß für ihre Gefangenschaft an der freien römischen Bevölkerung aus.

Doch trotz all dieser Verluste von Sklavenabteilungen, gesellten sich immer wieder neu-entflohene Sklaven zu dem inzwischen, durch seine erfolgreichen Siege gegen die römischen Feldherren und deren römischen Heeren, erfolgreich gewordenen Spartakus Sklavenhauptheer, so daß es weiterhin ungehindert Italien über die Aplen verlassen konnte. Doch statt den freien Weg über die Alpen zu nehmen und Italien zu verlassen, kehrte Spartakus mit dem Sklavenhauptheer, aus noch bis heute unerklärlichen Gründen, wieder in das Land der Sklaverei, nach Italien zurück und machte sich, immerzu von neuen Feldherren und deren neuen römischen Heeren verfolgt, auf den Weg, nach Sizilien überzusetzen. Doch da der römische Senat befürchtete, daß mit der Rückkehr von Spartakus Rom und das Römische Reich, das Zentrum der Weltmacht, endgültig zerstört werden könnte, sabotierte er Spartakus Übersetzung nach Sizilien, und zog ihn somit in die Enge, so daß Spartakus unter diesen Umständen in die Berge des nördlichen Bruttium ziehen mußte.

Doch jetzt drohten Spartakus und dem Sklavenhauptheer drei römische Heere: Das erste römische Herr kam gerade aus Spanien und befand sich im Norden, das zweite befand sich in Brundisium und das dritte römische Herr, unter der Führung des römischen Feldherren Marcus Licinius Crassus, befand sich in der Nähe von den Bruttium-Bergen. Obgleich sich erneut mehrere Sklavenabteilungen von dem, nun schon stark geschwächten Spartakus Sklavenhauptheer trennten, beabsichtigte Spartakus all die 3 römischen Heeren nacheinander zu schlagen, und das römische Heer von Crassus stand am nächsten.

Das schon von vielen Sklavenabteilungen verlassene und durch viele Kämpfe schon stark geschwächte Sklavenhauptheer, kämpfte gemeinsam mit seinem Anführer Spartakus todesmutig gegen das römische Heer von Crassus, doch die Römer beherrschten und gewannen am Ende doch noch die Oberhand über das Kampffeld. Am Ende dieser Schlacht starben ca. 60.000 Sklaven und 6.000 wurden als Gefangene nach Rom überführt und dort gekreuzigt.

65 - 62 v. Chr.: Die "Catilinarische-Verschwörung" unter der Führung des römischen Patriziers Lucius Sergius Catilina (108 - 62 v. Chr.) und ihrer Bekämpfung von seiten des römischen Konsuls Tullius Marcus Cicero (106 - 43 v. Chr.)

Lucius Sergius Catilina war ein verarmter, römischer Patrizier, der gemeinsam mit Caesar einer Verschwörungsgruppe von Crassus angehörte. Dieser hatte mit deren Hilfe vorgehabt, den neuregierenden Konsul umzubringen und sich selbst zum Diktator wählen zu lassen. Nach zwei mißlungenen Verschwörungen jedoch trat Catilina aus dieser Verschwörungsgruppe aus und kandidierte selbst für das Amt des Konsuls, um somit an die Macht gelangen zu können. Catilina kandidierte insgesamt drei mal für das Amt des Konsuls.

In all diesen drei Kandidaturen, unterlag er jedesmal seinen Mitbewerbern. Unter diesen Mitbewerbern befanden sich im Jahre 63 v. Chr. der Staatsmann und Redner Tullius Marcus Cicero und der spätere Parteingänger Caesars Antonius, die für das Amt des Konsuls und des Prokonsuls gewählt wurden. Als Catilina dann gegen Cicero verlor, hatte er eine Reihe von Komplizen um sich und plante die "Catilinarische-Verschwörung", um mit Hilfe eines Putsches die Macht an sich reißen und seine politischen Gegner auszuschalten. Seine Pläne wurden jedoch aufgedeckt. Daraufhin wurden Catilina und seine Mitverschwörer zu Staatsfeinden erklärt.

Damit war aber die "Catilinarische-Verschwörung" noch nicht zu Ende. Denn während seine Angänger hingerichtet wurden, konnte sich Catilina noch eine Weile mit einer Verschwörungsgruppe halten, bis er dann im Jahre 62 v. Chr. in einem Kampf getötet wurde. Caesar und die anderen Senatoren sahen in Ciceros Vorgehen, die Mitverschwörer Catilinas hinzurichten, jedoch ein überhastetes und rechtloses Vorgehen, so daß Cicero im Jahre 58 v. Chr. ins Exil verbannt wurde.

Nach einem Jahr Aufenthalt im Exil kehrte Cicero jedoch auf Befehl Pompeius nach Rom zurück. Im Jahre 51 v. Chr. wurde er zum Prokonsul gewählt und in die Provinzen geschickt. Im Jahre 50 v. Chr. kehrte er noch einmal nach Rom zurück und schloß sich im Bürgerkrieg gegen Caesar Pompeius an. Nach Pompeius Niederlage im Jahre 48 v. Chr. ging Cicero mit Caesar, bis zu seinem Tod im Jahre 44 v. Chr., ein Bündnisangebot ein. Nach Caesars Ermordung unterstützte er Caesars Adoptivsohn Octavian im Kampf gegen den römischen Konsul Antonius. Im Jahre 43 v. Chr. kam es dann zu einer Versöhnung zwischen Octavian und Antonius und noch im selben Jahr wurde Cicero ermordet.

77 - 60 v. Chr.: Die Feldherrenkarriere des römischen Feldherren und Staatsmannes Pompeius (106 - 48 v. Chr.)

Pompeius war ein römischer Feldherr und Staatsmann, der an der Seite von Sulla zu dessen Erfolgen gegen Marius beitrug. Als ein homo novus bekam Pompeius, ohne jemals die Ämterlaufbahn beschritten zu haben, als Imperator den Triumph bewilligt und besiegte anschließend die Anhänger von Lepidus, den früheren Verbündeten Sullas und beendete den "Spartakus-Aufstand". Auf Grund dieser Verdienste, wurde er im Jahre 70 v. Chr. zum Konsul gewählt, mußte aber das Amt mit Crassus teilen. Mit dem Amt des Konsuls, bekam Pompeius zahlreiche Vollmachten, um für Ruhe und Ordnung im östlichen Mittelmeerraum und in den angrenzenden Provinzen zu sorgen.

Dies führte dann dazu, daß an das römische Herrschaftsgebiet neue, eroberte Kolonien angegliedert wurden und sich das Staatseinkommen und der Macht- und Reichtumeinfluß Pompeius auf diese Weise zahlreich vermehrt hatte. Als Pompeius jedoch wieder nach Rom zurückkehrte, weigerte sich der Senat strikt, den homo novus Pompeius und seine Veteranen, die nicht der "Nobilität" angehörten, mit der Verteilung von Ländereien weiterhin zu unterstützen, so daß er sich letztendlich gegen die aristokratische Partei wandte und dann im Jahre 60 v. Chr., gemeinsam mit dem patrisch-popularen Politiker Caesar und dem reichen Politiker Crassus einen Drei-Männer-Bund, das sogenannte Triumvirat, einging. Indem Caesar daraufhin Pompeius seine Tochter Julia zur Frau gab, wurde damit das Bündnis nochmals bekräftigt.

Im Jahre 59 v. Chr. ging Caesar dann nach Gallien und Pompeius blieb in Rom. Im Jahre 54 v. Chr. starb Pompeius Frau, und im Folgejahr fiel auch Crassus in einem Kampf. Nachdem sowohl die familiären, als auch die politischen Bindungen zerrissen waren, wurde die endgültige Entfremdung zwischen Caesar und Pompeius besiegelt, und das Bündnis brach somit auseinander. Auf Grund ständig ansteigender Unruhen in Rom, wurde Pompeius im Jahre 52 v. Chr., entgegen der üblichen Norm, vom Senat zum alleinherrschenden Konsul ohne Prokonsul gewählt und mit unbeschränkten Vollmachten ausgestattet, um einerseits die innere Ruhe und Ordnung in Rom wiederherstellen, und um andererseits Caesar seinen gewaltigen Machteinfluß als Prokonsul entreißen, und ihn somit stürzen zu können.

Pompeius versuchte die günstigen Umstände auszunutzen, um seinen Rivalen Caesar ausschalten und sich die Alleinherrschaft sichern zu können, indem er sich zu diesem Zweck, politisch wieder der aristokratischen Senatspartei angeschloß. Als der Senat dann schließlich Caesars Absetzung von dem Amt des Prokonsulats, und dessen Rückkehr nach Rom beschloß, verlangte auch Caesar den bedingungslosen Rücktritt Pompeius, was vom Senat jedoch strikt verweigert wurde. Daraufhin schritt Caesar mit seinem Heer in Rom ein, so daß ein weiterer Bürgerkrieg ausbrach. Während eines Kampfes in Griechenland, wurde Pompeius dann von Caesar zwar besiegt, aber nicht getötet, da er nach Ägypten fliehen konnte, wo er dann im Jahre 48 v. Chr. ermordet wurde.

65 - 44 v. Chr.: Die Herrschaftssystemfrage: Republik oder Alleinherrschaft unter der Führung des römischen Feldherrn und patrizisch-popularen Politikers Julius Gaius Caesar (100 - 44 v. Chr.)

Julius Gaius Caesar war ein römischer Feldherr und ein patrizisch-popularer Politiker, der die wesentlichen Voraussetzungen für das römische Kaiserreich schuf. Im Jahre 100 v. Chr. wurde Caesar in Rom geboren, als Mitglied einer der bedeutendsten patrizischen Familie. Im Jahre 84 v. Chr. heiratete er die Tochter von Sulla, und bekleidete im gleichen Jahr ein Priesteramt. Nachdem Sulla im Jahre 82 v. Chr. zum Diktator ernannt wurde, verlangte dieser von Caesar die Scheidung von seiner Frau.

Eine Entmachtung Caesars gelang aber nicht. Nachdem Caesar verschiedene militärische Missionen in Kleinasien erfüllte, kehrte er im Jahre 78 v. Chr., nach dem freiwilligen Rücktritt Sullas nach Rom zurück. Da es ihm nicht möglich war, ein politisches Amt zu erwerben, verließ er Rom noch einmal, und ging nach Griechenland und nach Kleinasien. Im Jahre 73 v. Chr. kehrte Caesar jedoch wieder nach Rom zurück, und wurde zu einem Mitglied des Priesterkollegiums ernannt, so daß er somit innerhalb des römischen Staates auch politischen Einfluß ausüben konnte.

Im Jahre 69 v. Chr. bekleidete Caesar das Amt des Quastors, und im Jahre 65 v. Chr. das Amt des Ädilen, in dem er durch Veranstaltung aufwendiger Gladiatorenspiele darum bemüht war, seine Popularität zu sichern, um somit an politischen Einfluß innerhalb des Staates zu gelangen. Zu deren Finanzierung lieh sich Caesar Geld von dem reichen Politiker Crassus. Dieser wiederum forderte im Jahre 65 v. Chr. von ihm, seiner Verschwörungsgruppe beizutreten, um somit den neuregierenden Konsul umzubringen und Crassus selbst zum Diktator zu ernennen.

Nach zwei mißlungenen Verschwörungen, trat Caesar aus dieser Verschwörungsgruppe aus. Nachdem dann der Feldherr Pompeius mitsamt seinen Veteranen, nach Beendigung seines Prokonsulatsamtes, aus dem östlichen Mittelmeerbereich nach Rom zurückkehrte und ihm der Senat jegliche weitere Unterstützung durch Landverteilung an die Veteranen verweigerte, machte sich Caesar Pompeius Niederlage zu Nutze und bildete im Jahre 60 v. Chr. gemeinsam mit diesem Feldherrn Pompeius und mit dem reichen Politiker Crassus einen Drei-Männer-Bund, das sogenannte Triumvirat, um somit jedem der drei Triumviren einen Anteil an der Macht im römischen Staate zu verschaffen.

Um diesen Bund noch zu verstärken, gab Caesar Pompeius seine Tochter Julia zur Frau. Mit Hilfe des Triumvirats wurde er im Jahre 59 v. Chr. zum Konsul gewählt, und erhielt im Folgejahr durch ein Sondergesetz als Prokonsul für fünf Jahre die Verwaltung über die römische Provinz Gallien, wodurch es ihm möglich war, seinen Machteinfluß gegen den Senat auszubauen. In den folgenden Jahren eroberte Caesar ohne die Erlaubnis des Senats ganz Westeuropa westlich des Rheins, wodurch es ihm gelang, seine Wirksamkeit in Rom zu verstärken und ein ihm ergebenes Heer aufzubauen.

Im Jahre 56 v. Chr. erfolgte eine Erneuerung des Drei-Männer-Bündnisses, da es zwischenzeitlich zur Entfremdung zwischen Pompeius und Crassus gekommen war. Dabei wurde beschlossen, daß Caesar weitere fünf Jahre in der römischen Provinz Gallien bleiben sollte, während sich Pompeius und Crassus für das Jahr 55 v. Chr. zu Konsuln wählen ließen, und in dem darauffolgenden Jahr als Prokonsuln in ihre jeweiligen Provinzen gehen sollten. Im Jahre 54 v. Chr. starb Pompeius Frau, und im Folgejahr fiel auch Crassus in einem Kampf.

Nachdem sowohl die familiären als auch die politischen Bindungen zerrissen waren, war die endgültige Entfremdung zwischen Caesar und Pompeius besiegelt, und das Bündnis brach somit auseinander. Aufgrund ständig ansteigender Unruhen in Rom wurde Pompeius im Jahre 52 v. Chr. entgegen der üblichen Norm vom Senat zum alleinigen Konsul ohne Prokonsul gewählt und mit außergewöhnlichen Vollmachten ausgestattet, um einerseits die innere Ordnung in Rom wiederherzustellen, andererseits aber auch um Caesar seinen gewaltigen Machteinfluß als Prokonsul zu entreißen und ihn somit zu stürzen. Pompeius versuchte, die günstigen Umstände auszunutzen, um seinen Rivalen Caesar auszuschalten und sich die Alleinherrschaft zu sichern, indem er sich zu diesem Zweck politisch der Senatspartei angeschloß.

Schließlich beschloß der Senat die Absetzung als Prokonsul und die Rückkehr Caesars nach Rom, nachdem man ihn vergebens aufgefordert hatte, sein Heer zu entlassen. Daneben stattete der Senat Pompeius mit unbeschränkten Vollmachten aus, um den Kampf gegen Caesar aufzunehmen. Aufgrunddessen schritt Caesar im Jahre 49 v. Chr. gemeinsam mit seinem Heer in Italien ein, und löste somit einen weiteren Bügerkrieg aus. Innerhalb von nur drei Monaten wurde er zum Diktator ernannt und erlangte die Kontrolle über ganz Italien und über die römischen Provinzen. Caesar bekleidete diese Diktatur jedoch nur wenige Tage und wurde im Jahre 48 v. Chr. zum Konsul gewählt. Im selben Jahr besiegte er Pompeius in einem Krieg in Italien. Er konnte ihn aber nicht töten, da Pompeius nach Ägypten floh, und dort dann ermordet wurde.

In Ägypten entschied Caesar den Thronstreit zugunsten Kleopatras, die ihm später einen Sohn Caesarion gebar. Im Jahre 47 v. Chr. unterwarf er Kleinasien, und kehrte als alleinherrschender Diktator auf Lebenszeit im Triumphzug nach Rom zurück. Caesars Macht basierte auf seiner Stellung als Diktator. Dieses Amt wurde ihm nun auf Lebenszeit verliehen, obgleich es laut Verfassung der frühen Republik nur auf Ausnahmesituationen und auch dann auf maximal sechs Monate beschränkt wurde. Da er den Titel des Königs ablehnte, wurde er im Jahre 45 v. Chr. auf zehn Jahre zum Konsul gewählt und mit weiteren Vollmachten und Ehrungen ausgestattet: So hatte er die Oberaufsicht über sämtliche Streitkräfte, die Entscheidungsgewalt über sämtliche militärischen, politischen, religiösen und sittlichen Belange, das Recht auf die stete Wiederwahl zum Konsul, das Recht auf die Diktatur auf Lebenszeit, das Recht auf Vornamens- und Beinamensbenennung, wie z.B. "Imperator; Vater des Vaterlandes" und er hatte das Recht, sein Standbild unter den Standbildern der Könige aufzustellen.

Doch Caesar gab sich mit diesen Vollmachten und Ehrungen nicht zufrieden, sondern nahm sich noch folgende Freiheiten heraus: Er ließ einen goldenen Sessel im Senat und im Gericht aufstellen, er ließ seine eigene Statue auf einen eigenen Tempel und Altäre erbauen, er hatte eine eigene Klasse von Priesterämtern und er erlangte die Benennung eines Monats nach seinem Namen. Aufgrund dieser Tatsachen waren viele Nobiles gegen ihn, so daß Caesar seine eigenen Standesgenossen aus dem Senat entließ, und sie gegen Nicht-Standesgemäße bzw. Nicht-Italiker austauschte. So ernannte er z.B. willkürlich zwei Konsuln zu seinen Stellvertretern, er hielt keine Wahltage mehr ab, er gründete eine Selbstverwaltung, er betraute seine eigenen Sklaven mit der Finanzverwaltung und der Verwaltung der öffentlichen Staatseinnahmen.

Caesars Versuche, den römischen Bürgern eine Monarchie auf Lebenszeit unter seiner Herrschaft schmackhaft zu machen, und sich selbst somit in eine göttliche Sphäre zu rücken, rief besonders in den patrizischen Senatsgruppen Ablehnung hervor. Im Jahre 44 v Chr. verschwor sich eine Senatorengruppe unter der Führung von Brutus und Longinus zu Caesars Ermordung. In seinem Testament ernannte er seinen Großneffen Octavian zu seinem Adoptivsohn, und setzte ihn somit zu seinem einzigen Nachfolger und Erben ein.

Die Einschätzungen über die Person und die Leistungen Caesars gehen weit auseinander. Während einige ihn als einen skrupellosen Tyrannen mit einem unersättlichen Machtstreben sehen und ihm die Schuld für das Ende der Römischen Republik geben, räumen andere zwar seine Unnachgiebigkeit ein, geben jedoch zu bedenken, daß die Republik damals bereits dem Untergang geweiht war, und Caesar vor der Notwendigkeit gestanden hatte, eine neue Regierungsform zu finden, um der römischen Welt eine gewisse Stabilität zu bringen und sie vor dem Chaos zu bewahren.

Doch da Caesar keine über seine persönliche Machtstellung hinausreichende Reform innerhalb der Regierung, der Verwaltung und der Gesellschaft des Römischen Reichs verwirklichte, begann das Zeitalter des Kaisertums erst mit der Herrschaft seines Adoptivsohns Octavian-Augustus, der die eigentliche Stabilisierung des Römischen Reiches wiederherstellte.