GS Eidelstedt 50 Jahre Schule Lohkampstraße - 15 Jahre GS Eidelstedt

50 Jahre Schule Lohkampstraße - 15 Jahre GS Eidelstedt

Gefeiert wurde immer dann wenn, ein Bauabschnitt fertig gestellt war, und zwar ausgiebig und stets mit den Eltern und der Bevölkerung des Stadtteils Eidelstedt. Viele Eltern unserer heutigen Schüler sind selbst einmal in der Lohkampstraße zur Schule gegangen - inzwischen sind es drei Generationen, wie sich auf der kürzlichen Einschulungsfeier der1. Klasse herausstellte. Als Ehemalige kommen sie gern ins Gespräch mit ihren alten Lehrern. (Weißt Du noch, wissen Sie noch damals...)

1990 stellte die Schule den Antrag auf Umwandlung in eine integrierte Gesamtschule. Schulleiter war Herr Beilecke (1987-96), den ich ebenfalls heute freudig begrüße!

Das Feste-Feiern ging natürlich mit der Umwandlung der Grund-, Haupt-, und Realschule in eine integrierte Gesamtschule 1991 weiter. Auch während der aufreibenden pädagogischen Aufbauphase der neuen Schulform wurden Schulfeste gefeiert. Das erste große Gesamtschulfest fand 1993 statt. Von Anfang an war die Devise "Feste gehören zum Schulleben", nicht zuletzt wegen ihrer indentitätsstiftenden Wirkung.

Die Umwandlung der Grund-Haupt-und Realschule Lohkampstraße in die integrierte Gesamtschule Eidelstedt brachte natürlich erhebliche Veränderungen in allen Bereichen mit sich. Das Kollegium wuchs von damals ca. 40 Mitgliedern auf heute 76 Lehrkräfte an. Das erste Jahrzehnt war geprägt von Bau- und Umbaumaßnahmen. So gab es wieder Grund zum Feiern 1997, als die lang ersehnten Neubauten, Grundschule sowie das Klassen-und Fachraumgebäude für die Jahrgänge 8-10, fertig gestellt waren. Auch die erfolgreiche Beendigung der dritten und letzten GS-Bauphase wurde 1999 groß feierlich begangen.

Mehrere Kunsträume und insgesamt fünf Werkstätten (Holz, Metall und Textil) stehen uns seitdem zur Verfügung, Lehrerzimmer und Verwaltungstrakt wurden ansehnlicher. Besonders freuten alle sich damals über die Einweihung der neuen Doppelspielhalle, da Sport nun endlich in vollem Umfange und ohne Wegzeiten unterrichtet werden konnte. Die verbesserte Raumausstattung schaffte neue Chancen: vielfältigeres Unterrichten, praktisches Arbeiten in Arbeitslehre sowie in Natur und Technik, Umgang mit dem Computer im Unterricht, alle Techniken im Kunstunterricht usw..

Das umfassende Raumangebot in der verlässlichen Halbtagsgrundschule schaffte mit dem Neubau die Voraussetzung für die Erweiterung des der künstlerischen, musikalischen, darstellerischen und technischen Wahlpflichtbereiche.

Die inhaltliche Entwicklung der Gesamtschule war und ist eine große Herausforderung. Lernangebote und Konzepte für alle Schulabschlüsse bis zum Abitur mussten entwickelt und umgesetzt werden, Binnendifferenzierung, äußere Fachleistungsdifferenzierung, Interessensdifferenzierung durch die Einführung der Wahlpflichbereiche, dies sind alles längst keine "Fremdwörter" mehr.


Der Popchor der Gesamtschule Eidelstedt erfreute die Gäste mit "My love is your love"

Die Gesamtschule Eidelstedt entwickelte sich - wie alle Gesamtschulen in Hamburg - in einer bildungspolitischen Landschaft, in der sie sich stets gegen das konkurrierende Gymnasium behaupten musste und auch künftig wohl muss. Die Hoffnung, dass die politisch Verantwortlichen - vor allem die gegenwärtigen - notwendige bildungspolitische Konsequenzen aus den schlechten Pisa-Ergebnissen ziehen könnten, strebt gen Null, wenn man sieht, wohin die Reise geht - ich erinnere an die aktuelle Diskussion um das sogenannte Zwei-Säulen-Modell in Hamburg.

Die erfolgreichen Pisa-Länder haben fast alle ein einheitliches Schulsystem, in dem schwächere Schüler von den stärkeren lernen und erwiesenermaßen die Stärkeren davon profitieren, dass sie eine positive und unterstützende Lernatmosphäre ermöglichen. Erst sehr viel später, in der 8. / 9. Klasse gehen sie in unterschiedliche Abschlussrichtungen. Dies ist das Prinzip der integrierten Gesamtschule und diese hat unsere heutige Gesellschaft - mit ihren ausgeprägten Risikogruppen - nötiger denn je, behaupte ich!

Wie - so fragen wir die Verantwortlichen in Politik und Behörde - wollen sie die Probleme lösen, d. h. Ihrem eigenen Anspruch gerecht werden? Durch Intensivierung der Selektion im Alter von 10/11 Jahren, durch Vergrößerung der Klassen und Lerngruppen auf über 30 Schüler wird es nicht gehen! Wird hier nicht wieder Mal eine Chance vertan? Verzeihen Sie den politischen Exkurs, meine Damen und Herren.

Auf jeden Fall können wir auf Grund unserer jahrelanger Ergebnisse mit Fug und Recht sagen, dass wir mit der Art, wie wir in Eidelstedt Schule machen, auf dem richtigen Weg sind. Und das war schon immer so, auch unabhängig von der Schulform! Wie sonst könnte die Schule seit Jahrzehnten die Schülerzahl zwischen 700 und heute 1000 Schülern halten?!

Großen Wert legen wir nach wie vor auf die Vorbereitung unserer Jugendlichen auf's Berufsleben. Zwei Betriebspraktika, Unterricht in Arbeitslehre/Berufsorientierung, simulierte Bewerbungsverfahren und Trainings wie auch das Stadtteilprojekt "Ran an die Zukunft" (RAZ) helfen den Jugendlichen, den richtigen Weg in eine berufliche Zukunft zu finden. Hierzu gehört auch das "QUAS-Projekt" der G12, mit der wir seit Jahren kooperieren. Seit 1997/98 versorgen uns die Jugendlichen der Gewerbeschule in den großen Pausen mit Speisen und Getränken zu günstigen Preisen.

Seit 5 Jahren haben wir die "LiSt-Klasse" (Lernen im Stadtteil) eingeführt. Das Grundprinzip: zwei Tage Praktikum in der Woche in einem Eidelstedter Betrieb und drei Tage Unterricht mit seinem individuellen Lernansatz hat sich mehr als bewährt. Die Erfolgszahlen sprechen für sich.



Der Bezirksamtsleiter, Herr Dr. Mantell, hob in seinem Grußwort besonders die gute Zusammenarbeit der Schule mit dem Stadtteil hervor.
Die Leitende Oberschulrätin, Frau Rüssmann, überbrachte die Grüße der Schulbehörde und würdigte die musikalischen Leistungen der Schülerinnen und Schüler.

Der stellvertretende Schulleiter der Julius-Leber-Schule, Herr Dröse, hob die gute Zusammenarbeit der beiden Schulen hervor und lobte die gute Ausbildung der Eidelstedter Gesamtschüler(innen).

Herr Hildebrandt überbrachte die Grüße des Sportvereins Eidelstedt und konnte auf eine gute Kooperation zwischen Sportverein und Schule hinweisen.

Herr Schulz verwies als Vertreter des Elternrats auf die auch 'mal kontroverse, aber immer konstruktive Zusammenarbeit zwischen Elternschaft und Schule.

Rede des Schulleiters, Herr Harnischfeger, Teil 4