GS Eidelstedt Lehrertheater: Die Krise und ich

Gespräch mit Spielleiterin Sybille Scholz II

Als Spielleiterin hast du auch schon mehrfach auf der Bühne gestanden. Beim letzten Stück hast du im Hintergrund gewirkt; was sind deine wichtigsten (oder schwierigsten) Aufgaben?

In der Vorbereitung einer Aufführung gibt es immer wieder Situationen, in denen Zweifel an der Arbeit aufkommen. Als wir einige Therapieszenen für das letzte Stück probiert hatten, dachte ich: Das ist ja grauenhaft, das ist völlig langweilig: Stühle hin, Stühle weg, Stühle hin, Stühle weg - das ist ganz schrecklich.

Ich habe dann am Tempo des Stückes gearbeitet und überlegt: Wo muss ich die Handlung verdichten, wo muss etwas gekürzt werden, wo benötigen wir einen besseren Übergang, wo muss mehr Bewegung kommen, wo kann der Zuschauer nicht mehr länger eine statische Situation ertragen?

Das Stück ist in den letzten Wochen noch verändert worden, um es wirklich rund zu machen.

Meine Aufgabe ist es natürlich auch, die Aufführung sozusagen von außen zu betrachten und den Schauspielern immer wieder Hinweise zu geben, wie sie ihr Spiel optimieren können.

Das Stück "Die Krise und ich" wurde (leider) nur einmal aufgeführt. Ihr hättet sicherlich mehrere Aufführungen ausverkaufen können - warum macht sich die Lehrer-Theatergruppe der GS Eidelstedt so rar?

Ich hätte das Stück gerne mehrfach aufgeführt, aber es gab erhebliche Terminprobleme. Der Dienstagabend - unser Probentermin - steht fest, und das klappt auch. Aber alle anderen Termine sind ganz, ganz schwierig. Wir hatten schon große Probleme, ein Probenwochenende zu organisieren, weil wir alle sehr aktive Menschen sind, von denen jeder noch viele andere Interessen hat. Der Freitag der Aufführung war der einzige Termin im ganzen Halbjahr, auf den wir uns überhaupt einigen konnten.


Trefft Ihr Euch jeden Dienstag zur Theaterprobe?

Die Theatergruppe trifft sich an jedem Dienstagabend, und da darf man auch nicht fehlen. Das ist ein sehr verbindlicher Termin, und da legen wir auch Wert auf Pünktlichkeit und volles Engagement für zwei Stunden. Die Vorbereitung einer Aufführung ist auch harte Arbeit, sonst könnten wir nicht solche Ergebnisse erzielen.

Trotz alledem und alledem, trotz Arbeitszeit und alledem ... - wie sieht die Zukunft "unserer" Theatergruppe aus?

Wir sind selber dabei, zu überlegen, wie es weitergeht. Das letzte Stück war in der Vorbereitung sehr anstrengend; da musste auch ich sehr viel Zeit eingeben, um die einzelnen Szenen zu gestalten und zu verdichten. Und wir merken alle, dass weniger Zeit und auch weniger Kraft da ist. Deshalb ist die Zukunft der Theatergruppe im Augenblick noch nicht klar umrissen.


Sybille, zum Schluss würde ich gern deine Einschätzung der letzten Aufführung hören - wie hast du sie erlebt?

Die Aufführung selber hat mir auch gut gefallen. Noch am Dienstag war ich bei der Probe sehr skeptisch, aber am Mittwoch und Donnerstag wurden wir immer besser. Bei der Aufführung vor Zuschauern merkt man dann, dass jeder noch etwas mehr gibt. Von den spielerischen Leistungen war ich dann doch sehr angetan, und die Zuschauer haben das Stück auch sehr gut angenommen.

Ich war mir unsicher wegen der Erwartungshaltungen, denn in früheren Stücken haben wir mehr mit Musik und Tanz gearbeitet. Das Publikum hat auch die ernsten Passagen in dem Stück "Die Krise und ich" erkannt und anerkannt, und deshalb können wir alle sehr zufrieden sein.

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