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Beerenberg mit Wanten

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Arved vor Beerenberg

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Dagmar Aaen vor Jan Mayen

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Gletscher auf Jan Mayen

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Grüner Felshang
ARCTIC PASSAGES 97

Jan Mayen:
auf der Fahrt von Spitzbergen nach Island
von Hans Joachim Karpus an Bord der DAGMAR AAEN


6.8.97
Wie ich in meinem letzten Brief angedeutet habe, wollten wir nach unserer Abreise aus Longyearbyen in den Süden Spitzbergens fahren, um dort Eisbären und Walrösser zu fotografieren. Leider war die Eislage in dem von uns ausgewählten Fjord so schlecht, daß wir dieses Vorhaben aufgaben und uns auf den Weg nach Island machten.

In der Nacht vom 26. zum 27.7. verließen wir die Küste Spitzbergens. Wir setzten Segel und kreuzten gegen den Wind, der aus Südwesten, also unserer Fahrtrichtung, kam. In 20 Stunden machten wir auf der Seekarte gut 70 Seemeilen. Das brachte uns aber insgesamt Island nur 20 Seemeilen näher. So wurde dann wieder die Maschine angeworfen und es ging wieder direkt nach Island.

Auf der ganzen Reise, 11 Tage sollte uns dieser Südwestwind erhalten bleiben. Dabei war der Himmel ständig tiefgrau verhangen. Erfeulich war jedoch, daß fast täglich Wale oder Delphine zu beobachten waren.

Am 31.7. kommt Jan Mayen in Sicht. Auch hier eine tiefhängende Wolkendecke, die den 2277 Meter hohen Beerenberg bedeckt. Als wir näher kommen, scheint jedoch auf der Nordseite die Sonne und die Wolken haben sich dort aufgelöst. Spontan entscheiden wir uns dort zu ankern und die Nacht über zu bleiben. Sigga und Pablo gehen mit ihrer Bergsteigerausrüstung an Land. Sie wollen den Beerenberg, soweit wie sie es in 12 Stunden schaffen, besteigen. Das gute Wetter nutzen wir aus, um Aufnahmen vom Schiff vor Gletscher und Bergpanorama zu machen. Wir ankern vor einem großen grünen Felshang an dem Eissturmvögel und Lummen Ihre Nester haben.

Bei einem Ausflug an Land unterhalb dieses Felshanges genießen wir die herbe Schönheit der Küste Jan Mayens in der untergehenden Sonne. Erstaunt waren wir nur über die vielen toten Jungvögel der Lummen. Viele schafften es nicht nach dem Sprung aus dem hochliegenden Nestern das rettende Wasser zu erreichen. Ein grausames Auswahlverfahren der Natur.

Am nächsten Morgen nehmem wir Sigga und Pablo wieder an Bord. Wir besuchen noch kurz die Walroßbucht, an der sich vor 200 Jahren ein holländische Wal- station befand. Heute ist dort ein norwegische Militär- und Forschungsstation.

Jan Mayen verlassen wir am 1.8. Und wieder Südwestwind, der sich nach zwei Tagen auf Windstärke 8 steigert und eine entsprechende grobe See erzeugt. Einen Tag später flaut er wieder ab, und wir haben am 5.8. morgens Island in Sicht. Es dauert noch bis Nachmittag, als wir denn endlich in Akureyri festmachen. Wir freuen uns auf eine Woche Hafenaufenthalt in Island und können uns dort auf die Überfahrt nach Grönland vorbereiten.

Viele Grüße

Achim Karpus

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