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Nadja Jagiella, Diana Ratkowski und David Spichalla, S2 , Erich Kästner Gesamtschule

Auf den Spuren der GERMANIA

Im März 1869 versandte
Dr. August Petermann , Initiator der deutschen Nordpolarforschung, ein Schreiben, indem er eine erneute Expedition nach Grönland bekanntgab. Zweck und Ziel derselben war Entdeckung und Erforschung der arktischen Zentralregion von 74° nördlicher Breite an und auf der Basis der ostgrönländischen Küste. Ein Jahr vorher hatte es bereits eine Vorrausexpedition gegeben und Petermann hoffte, daß seine Theorie über das Vorhandensein von offenem Wasser am Nordpol diesmal bewiesen werden würde. Eigens für diese Expedition wurde das erste deutsche Forschungsschiff, die GERMANIA gebaut, die unter Kapitän CARL KOLDEWEY am 15. 06. 1869 in Bremerhaven mit dem Begleitschiff HANSA auslief. (klick)
Die gemeinsame Fahrt währte nicht lange, da am 20. Juli die Schiffe am Ostrand des Packeises getrennt wurden. Am 04. August 1869 gelang es der GERMANIA, auf 74° 19´N und 16° 59´W das Packeis zu durchbrechen. Am Morgen des 05. August fiel der Anker der GERMANIA zum ersten Mal auf grönländischen Grund.Damit war eine der Aufgaben gelungen, nämlich die Erreichung der Küste. Mit 75° 30,5´N und 70° 30´W erreichte die Expedition ihren nördlichsten Punkt.

Die GERMANIA kreuzte noch bis in den September hinein vor der Küste. In der Zeit nahm der WissenschaftlerJULIUS PAYER die Gelegenheit war, einige geologische Exkursionen durchzuführen. KOLDEWEY suchte nun einen Überwinterungsplatz für sein Schiff. Dieser sollte vor herandrängendem Packeis geschützt sein, aber auch gewährleisten, daß im kommendem Frühjahr die GERMANIA wieder frei käme. Die Sabine - Insel schien dafür geeignet. Am 13. September erreichten sie den Überwinterungsplatz, diesen Überwinterungsplatz und blieben für die nächsten zehn Monate.



Die GERMANIA im dicken Packeis
Erkundungsfahrten mit dem Schiff waren nun nicht mehr möglich. Schlittentouren sollten diese ersetzen. Payer brach als erstes zur Schlittenreise auf. Kapitän KOLDEWEY und vier Besatzungsmitglieder begleiteten ihn. Zwar wußten sie theoretisch aus arktischer Literatur, auf welche Art man solche Reisen durchführen mußte, doch keiner hatte irgendwelche praktische Erfahrungen darin. So stellte sich heraus, daß die Ausrüstung mangelhaft war. Alle anstehenden Dinge,wie Zeltaufschlagen, Essen kochen, Schlitten ziehen u.s.w. kostete sie viel Kraft. So wurde Nachts nicht einmal eine Wache aufgestellt um sich vor herumstreichenden Bären zu schützen.
Am 15.April wurde der nördlichste Punkt der Expedition bei einer Schlittenexkursion erreicht.
Auf 77° 1´N und 18° 50´W in etwa 1500 m Höhe bauten Carl Koldewey, Julius Payer und die beiden Matrosen Theodor Klenzer und Peter Ellinger einen STEINKEGEL . Dieser sollte ein Zeichen dafür sein, daß sie diesen Platz erreicht hatten.

Während der Überwinterung wurden in drei Monaten fünf Schlittentouren durchgeführt, bei denen die Teilnehmer die Schlitten stets selber ziehen mußten, da keine Schlittenhunde vorhanden waren. Dabei wurden ca. 1000 Seemeilen durch unerforschtes Gebiet zurückgelegt. Dabei wurden astronomische Gradmessungen durchgeführt, die später Alfred Wegener als Indiz für seine Kontinentalverschiebungstheorie dienten. Die Entdeckung von 20 Moschusochsen zählt zu den wichtigsten Entdeckungen der Expedition, da diese Tiere bisher nur im Bereich der kanadischen Eismeerküste gesehen wurden.


Die GERMANIA wird winterfest gemacht (klick)

Nach der ersten Schlittentour wurde die GERMANIA winterfest gemacht. Das Deck wurde mit Moos und Schnee zur größeren Wärmehaltung bedeckt. Außen herum wurde eine Schnee-und Eismauer gebaut. Das Deck wurde schließlich mit einem Dach überdeckt. Am Land wurden zwei Observatorien gebaut, eines für magnetische und eines für astronomische Zwecke. Am letzteren wurden meteorlogische Instrumente angebracht, welche von Mitte Oktober an stündlich abgelesen wurden.

Carl Koldewey
(1837-1908) Kapitän und Leiter der ersten beiden deutschen Polarexpeditionen
Am 22.Juli 1870 wurde die GERMANIA vom Eis wieder freigegeben und CARL KOLDEWEY versuchte erneut, nach Norden vorzudringen. Doch dies scheiterte und man versuchte, im Süden noch wertvolle Entdeckungen zu machen. Der Höhepunkt dieser Erkundungsfahrt war die Entdeckung des KAISER-FRANZ-JOSEPH-FJORDES .

Aufgrund des defekten Dampfkessels , mußte die Erkundungsfahrt jedoch abgebrochen werden. Am 17. August brach man zur Heimreise auf und nach vier Tagen versagte der Kessel entgültig und das Schiff mußte sich unter Segeln, einen Weg durch den Eisgürtel bahnen. Am Abend des 11.September 1870 traf die GERMANIA nach 453 Tagen wieder in Bremerhaven ein.

Das eigentliche Ziel der Expedition wurde zwar nicht erreicht, aber die Wissenschaftler brachten dafür andere Ergebnisse mit. Die Sammlungen der Botaniker vermittelten einen genaueren Einblick in die Pflanzenwelt Ostgrönlands. Die zoologische Sammlung ergab 218 Tierarten. Beim Loten wurden Grundproben aus dem Meeresboden entnommen. Auf diese Weise wurden damals 56 neue Tierarten entdeckt. Mit der Auswertung der Ergebnisse wurde der neu gegründete

VEREIN FÜR DIE DEUTSCHE NORDPOLARFAHRT
betraut.

Von 1869 bis1870 gab es vier weitere kleinere, arktische Unternehmungen von deutscher Seite.


Mit freundlicher Unterstützung des Alfred Wegener Instituts, Bremerhaven;
nach "125 Jahre deutsche Polarforschung ", Hers. AWI, 1993, ISBN 3-00-000448-3
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