NT Terminal Server

Einleitung 

Der Terminal-Server ist sicherlich eine der interessantesten Entwicklungen von Microsoft in der vergangenen Zeit. Endlich haben wir ein Multiusersystem unter NT. 

Wie kann man sich die Funktionsweise eines solchen Rechner vorstellen? Ganz vereinfacht gesehen gibt es nur einen bzw. zwei richtige Rechner im Netzwerk. Das gesamte "Computing" findet auf dem Terminalserver statt. Jeder angemeldete Benutzer hat einen eigenen Speicherbereich und eine eigene Rechenzeit zur Verfügung, wie das viele von uns aus Zeiten kennen, wo wir als Benutzer an Großrechneranlagen gearbeitet haben. Die angeschlossenen Rechner haben dann nur noch die Aufgabe, die Bildschirminhalte, die sie vom Terminalserver gesandt bekommen haben, darzustellen. Alternativ kann man auch richtige Terminals, genauer "Thin Clients" einsetzen. Alle Programme sind auf dem Terminalserver installiert.  Von der Hardwareseite sollte man einen Pentium III mit 256 MB Hauptspeicher einsetzen, um daran einen Klassenraum anzuschließen. Die Empfehlungen gehen dahin, den Terminalserver als "Stand Alone"-Server einzusetzen.

Für Schulen interessant ist dieser Server dadurch, dass er es ermöglicht, ältere Rechner sinnvoll im Unterricht weiter zu verwenden. Auch bei der Neuausstattung sind "Thin Clients" erheblich preiswerter als normale Rechner.  Da in der Regel für den Computerraum nur zwei Rechner eingesetzt werden, nämlich den Primären Domänen Controller (PDC)  und den Terminalserver, ist der Administrationsaufwand erheblich geringer als sonst. Man kann sich sogar vorstellen, die Wartung der beiden Rechner per Fernwartung abzuwickeln (für die betroffenen Administratoren sicherlich eine erhebliche Entlastung). Sehr schön finde ich persönlich auch die einfache Erweiterung eines bestehenden NT-Netzes durch einen Terminalserver.

Leider gibt es auch Einschränkungen. Ein Terminalserver ist dort nicht zu empfehlen, wo datenintensive Programme gefahren werden, was beispielsweise bei Grafikprogrammen der Fall ist. Auch bei Multimediaanwendungen könnte es Engpässe geben. Leider kann das verwendete Microsoft-Protokoll keine Sounddaten übertragen. Das Citrix-Protokoll könnte das, kostet dann aber mehrere hundert DM pro Rechner. Der Terminalserver unterstützt reine 32-Bit-Anwendungen. 16 Bit-Windows-Anwendungen, die über WOW (WindowsOverWindows) laufen, oder gar DOS-Applikationen benötigen erheblich mehr Speicherplatz im Hauptspeicher des Terminalservers. Hier können eben nicht, wie es unter Windows32 üblich ist, Programmbibliotheken gemeinsam genutzt werden.

Alle diese Einschränkungen sind bei der Planung zu berücksichtigen, wobei der Terminalserver erheblich besser abgesichert werden muss, da alle Benutzer direkt auf diesem Rechner arbeiten.

 

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Stand: 20. Oktober 2000