Windows 2000 Server: Remote Installation Server:
 

Der Remote-Installation-Service in einem Windows 2000 Netz oder die Taste F12

In diesem Artikel wird beschrieben, wie eine unbeaufsichtigte W2K Professional Installation in einem reinen Windows 2000 Netz funktioniert.  Während beim Klonen für jede Hardwarekonfiguration ein eigener Klon angelegt werden muss, erhalten jetzt die Clients entsprechend ihrer Hardware die Treiber bei der Installation. 
Am einfachsten  funktioniert das, wenn man Hardware nimmt, die der HCL von Microsoft entspricht, sonst müssen die Treiber per Hand eingespielt werden. Auch sollte man Netzwerkkarten mit Boot-Rom einsetzen, weil man sich dadurch das Erstellen einer Startdiskette erspart. Wie eine Startdiskette erstellt wird, darauf gehe ich weiter unten ein.

 Das erfolgreiche Durchführen einer Remote-Installation erfolgt in fünf Schritten. Das Einrichten des RIS-Servers (Schritt 1)  wird nur einmal durchgeführt, die anderen Schritte in Abhängigkeit der zu erstellenden Images.

Schritt 1: Einrichten des RIS - Server (W2K Server und Professionell CD bereithalten)

  1. Folgende Voraussetzungen müssen auf dem Server geschaffen sein:

  2. Die Festplatte muss mit NTFS5 formatiert sein;

  3. Das Active Directory muss fehlerfrei arbeiten;

  4. Der DHCP Dienst  muss aktiv sein;

  5. Der DNS Server muss aktiv sein; 
    (eine Anleitung für diese vorbereitenden Schritte befinden sich auf diesen Seiten)

  6. Das RIS Installationsverzeichnis darf sich nicht auf der Systempartition befinden. 

Es gibt mehrere Varianten, um den RemoteInstallationsService  auf dem Server einzurichten. Wir machen das über den Konfigurationsassistenten des Servers.
Über Start | Programme | Verwaltung | wird die Option | Konfiguration des Servers | aufgerufen.

Über |Optionale Komponenten| aus dem |Erweitert| Menü wird der Assistent für die Windows Komponenten gestartet.

Nach einer kleinen Weile können wir die Remoteinstallationsdienste auswählen.

Da machen wir einfach weiter.

Die Komponenten werden konfiguriert und wir sollen die W2K Advanced Server CD einlegen. Das machen wir dann auch.

 

Wenn die Dateien kopiert sind, wird der Computer neugestartet. Nach dem Neustart wird die Installation fertiggestellt. Sollte folgendes Fenster nicht erscheinen, dann  Start | Programme | Verwaltung | die Option | Konfiguration des Servers | aufrufen.

Nun wird der RIS Dienst konfiguriert.

Es erfolgt der Hinweis, dass die Dienste funktionsfähig sein müssen.

Es wird der Installationsordner vorgeschlagen. Außer dem Laufwerk ändert man am besten nichts.

Unser Server soll auf Dienstanfragen von den Clients antworten

Nun wird nach der W2K Professionell CD verlangt. Bei Server und Client muss das gleiche Gebietsschema (Sprache) ausgewählt werden, weil es sonst zu Problemen bei der Installation kommt. 

Den Ordnernamen bestätigen wir.

Auch das bestätigen wir.

Jetzt sollten wir die Einstellungen überprüfen.

Das Weitere läuft automatisch ab. An dieser Stelle haben wir Zeit für einen Kaffee. Wenn alle Schritte abgearbeitet sind, machen wir einen kleinen Exkurs.

EXKURS

Schauen wir uns einmal das Laufwerk der RIS Installationsordner an. Im Ordner RemoteInstall\Admin\i386\  gibt es die Anwendung Riprep.exe, mit der später die Referenzworkstation auf dem Server abgelegt wird. Mit der Anwendung Rbfg.exe (Remote Boot Disk Generator) kann eine Startdiskette erstellt werden, mit der eine Workstation ohne Boot-Rom auf den Server zugreifen kann, um so ihr Image vom Server zu ziehen.

Nach dem Start von  Rbfg.exe werden wir aufgefordert eine Diskette in das Diskettenlaufwerk einzulegen. Wird Diskette erstellen angeklickt, geht es sehr schnell weiter.

 Mit dieser Diskette stellt die Workstation die Verbindung zum Server her und die RIS Dienste können ausgeführt werden.

Schritt 2: Windows 2000 Professionell installieren

Wir gehen davon aus, das die Workstation über eine Netzwerkkarte mit Boot-Rom enthält. Entscheidend ist, dass wir beim Start der Workstation die Verbindung zu Server herstellen. Nach dem Anschalten des Rechners pressen wir N.

Jetzt kommt die Taste F12 ins Spiel.

Der Client Installations Assistent meldet sich.

Damit es weiter geht, muss man über die entsprechenden Rechte verfügen. Also Administrator | das Passwort | und die Domäne eingeben z.B. h3.hh.schule.de

Aus den unterschiedlichen Installationen sucht man sich die entsprechende aus. In diesem Falle müsste es richtigerweise die mittlere Installation sein.

Das kann uns egal sein.

Den nächsten Hinweis müssen wir bestätigen und haben somit wieder Zeit für einen Kaffee.

Nach Aufforderung  müssen wir die Lizenznummer der Windows 2000 Professionell Version eingeben.
Wenn dann diese Meldung erscheint, haben wir alles richtig gemacht.

Jetzt werden auf der Workstation alle benötigten Anwendungen installiert, Druckereinstellungen vorgenommen und alle Einstellungen getestet.
 

Schritt 3:  Referenzworkstation auf dem RIS-Server abbilden

Die voll funktionsfähige Workstation wird nun auf dem Server als Image abgelegt.
Wir sind auf der Workstation als Administrator angemeldet und gehen in das Verzeichnis  \REMINST\ADMIN\I386. Hier starten wir das Programm Riprep.exe

Einen Speicherort für das Image wird eingegeben.

Ein beschreibender Text für dieses Image kann eingegeben werden. Es können hier nur die ersten 127 Zeichen des ASCII Zeichensatzes verwendet werden. Also statt ä lieber ae, sonst provoziert man eine etwas verwirrende Fehlermeldung.

Je nach der Konfiguration des Rechners hat man jetzt einige Dienste oder Prozesse im Taskmanager zu schließen. Einige Prozesse z.B. winmgmt.exe lassen sich nicht beenden, bei mir hatte das keine Auswirkungen auf das Image. 

Die Einstellungen werden noch einmal angezeigt und man hat wieder Zeit für einen Kaffee.

Ein komplettes Abbild der Workstation wird auf dem RIS-Server erstellt. Diese Vorlage ist hardwareunabhängig. Damit die Installation unbeaufsichtigt durchgeführt werden kann, muss die Antwortdatei, die bei jedem Image neu erzeugt wird und im Verzeichnis Serverfreigabe REMINST\SETUP\GERMAN\IMAGES\IMAGENAME\I386\TEMPLATES liegt, editiert werden. Dazu eignet sich am besten ein einfacher Texteditor wie z.B. Notepad. Einige Einstellungen zum Unattended Setup werden im nächsten Schritt beschrieben.

Schritt 4: Antwortdatei ripref.sif editieren.

Die durch das Programm RIPREP erzeugte erzeugte .sif Datei kann den eigenen Bedürfnissen angepasst werden. Eine vollständige Beschreibung aller Schlüssel und Parameter befindet sich in einer ca. 140 seitigen Dokumentation in der Datei Deploy.cab.
Sie können die Datei Deploy.cab über die Microsoft Windows 2000 Service Pack-Website downloaden. Weitere Informationen zu den Bereitstellungstools finden Sie in der Hilfedatei mit dem Titel "Windows 2000 Resource Kit Deployment Tools" (Deptool.chm), die in Deploy.cab enthalten ist. Die Hilfedatei stellt eine Liste der Tools, Anweisungen zu deren Verwendung sowie weitere Informationen zur Durchführung einer unbeaufsichtigten Installation zur Verfügung.

Inhalt der .sif Datei

[data]  
floppyless = "1"  
msdosinitiated = "1"  
OriSrc = "\\%SERVERNAME%\RemInst\%INSTALLPATH%\%MACHINETYPE%"
OriTyp = "4"  
LocalSourceOnCD = 1  
UnattendedInstall="Yes" ; Für eine unbeaufsichtigte Installation.
   
[SetupData]  ; Das wird alles übernommen.
OsLoadOptions = "/noguiboot /fastdetect"  
SetupSourceDevice ="\Device\LanmanRedirector\%SERVERNAME%\RemInst\%INSTALLPATH%"
SysPrepDevice="\Device\LanmanRedirector\%SERVERNAME%\RemInst\%SYSPREPPATH%"
SysPrepDriversDevice="\Device\LanmanRedirector\%SERVERNAME%\RemInst\%SYSPREPDRIVERS%"
   
[Unattended]  
UnattendMode=FullUnattended    ;  Für eine unbeaufsichtigte Installation.
OemPreinstall = no ; Bei yes, werden die Installationsdateien erst auf  der lokalen Platte abgelegt.
NoWaitAfterTextMode = 0  
FileSystem = LeaveAlone  
ExtendOEMPartition = 0  
ConfirmHardware = no  
NtUpgrade = no  
Win31Upgrade = no  
TargetPath = \WINNT  ; Installationspfad für das System.
OverwriteOemFilesOnUpgrade = no  
OemSkipEula = yes ; Nachfrage nach der Lizenznummer und Zustimmung zum Lizenzvertrag.
InstallFilesPath = "\\%SERVERNAME%\RemInst\%INSTALLPATH%\%MACHINETYPE%"
   
[UserData]  
FullName = administrator  
OrgName = "h3.hh.schule.de" ; der Name der eigenen Organisation.
;ComputerName ="HAL" ; Computername wird festgelegt, am Ende gibt es ein  paar Bildchen  zum Computernamen und wie  man Clientcomputernamen erzeugen    kann.
ComputerName =*  
ProductId = 11111-22222-33333-44444-55555 ; Lizenznummer der W2K Professionell  Version.
   
[GuiUnattended]  
OemSkipWelcome = 1 ; Überspringt die Begrüßungsnachricht.
OemSkipRegional = 1 ; Überspringt die regionalen Einstellungen.
TimeZone = 110 ; Stellt die Zone auf Westeuropa.
AdminPassword = 1234 ; Das allgemeine deutsche Adminpasswort für die lokale Anmeldung.
   
[LicenseFilePrintData]  
AutoMode = PerServer  ; Lizenzierungsmodus.
Autousers =25 ; Abhängig von der Anzahl der Lizenzen.
   
[Display]  
ConfigureAtLogon = 0  
BitsPerPel =32  ; Farbtiefe 32 Bit.
XResolution = 1024 ; Bildschirmauflösung.
YResolution = 768  ; dito.
VRefresh = 85  ; Frequenzeinstellung abhängig vom Monitor. Erst prüfen.
AutoConfirm = 1  
   
[Networking]  
ProcessPageSections=Yes  
   
[Identification]  
DomainAdmin = administrator   
DomainAdminPassword = 1234 ; s.o.
CreateComputerAccountInDomain = Yes  ; Computeracount erzeugen.
JoinDomain = h3.hh.schule.de ; in Domäne.
; JoinWorkGroup = Arbeitsgruppe ; Falls Mitglied in einer Workgroup und nicht Domäne.
DoOldStyleDomainJoin = Yes  
   
 [NetProtocols]  
MS_TCPIP=params.MS_TCPIP  
   
[params.MS_TCPIP]  
InfID=MS_TCPIP  
DHCP=Yes   
DefaultGateway = 192.168.33.3 ; Spezifiziert die Standardgateway Adresse.
   
[NetClients]  
MS_MSClient=params.MS_MSClient  
   
[params.MS_MSClient]  
InfID=MS_MSClient  
   
[NetServices]  
MS_Server=params.MS_Server  
   
[params.MS_Server]  
InfID=MS_Server ; service: SRV (Server)
BroadcastsToLanman2Clients = No  
   
[ServicesSection]  
   
[RemoteInstall]  
Repartition = Yes  
UseWholeDisk = Yes  
   
[OSChooser]  
Description ="Volle Installation"  ; Beschreibung für die Installation.
Help ="Beim naechsten Boot wird alles gut!"  ; Kommentar für die Installation.
LaunchFile ="%INSTALLPATH%\%MACHINETYPE%\templates\startrom.com"
ImageType =SYSPREP  
Version="5.0 (2195)"  
SysPrepSystemRoot="Mirror1\UserData\WINNT"  

 

Jetzt bleibt noch die Frage zu klären, wie man es hinbekommt, dass die alle Workstation einen unterschiedlichen Namen bekommen. Dazu öffnet man die Eigenschaften des Domäncontrollers im Active Directory.

Unter Remoteinstallation und dann Anpassen geht es weiter. 

Im nächsten Fenster wählen wir die Erweiterten Einstellungen und passen den Namen der Clientcomputer an.

Meine Clients heißen in diesem Beispiel HAL und werden durchnummeriert.

 

Schritt 5: Das Image der Referenz - Workstation im Netz verteilen

Jetzt kommt der leichtere Teil der gesamten Vorgehensweise. Wir brauchen nur noch die Taste F12 zu drücken, bzw. die Workstation über die Bootdiskette starten, den Benutzer, sein Passwort und die Domäne eingeben und wir haben viel Zeit zum Kaffeetrinken. In Abhängigkeit von der Infrastruktur des Netzes und der Anzahl der zu installierenden Workstation  auch zwei Tassen.

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Stand: 1. Dezember 2001