Test - NEUE MEDIEN - Test

AverKey3 Plus -
bringt das Rechner-Bild auf den Fernseher

Beschreibung des Gerätes:

Der AverKey3 Plus ist ein sogenannter Scan Converter mit Fernbedienung.

Er eignet sich zur Präsentation von Grafiksoftware von PC-, Mac- und Laptop-Systemen.

Mit dem beiliegenden VGA-Grafik-Monitor-Kabel wird er zwischen die Grafikkarte des Rechners und den Monitor geschaltet. Der Monitor kann dadurch normal weiterlaufen.

Das Fernsehgerät kann das umgerechnete Monitorbild parallel anzeigen. Über einen seiner weiteren drei Ausgänge stehen die Anschlußarten: SCART, S-VHS und VIDEO zur Auswahl.

Um ein scharfes und flimmerfreies Bild zu liefern, hat das Gerät einen 6-Linien-Speicher.

Die Bildschärfe kann in drei Stufen eingestellt und das Bild kann in zwei kleinen Stufen vergrößert werden.

Weitere Bildeinstellmöglichkeiten betreffen: Bildbreite, Bildränder und Helligkeit.

Das Gerät arbeitet unabhängig von der Software und dem Betriebssystem des Rechners. Das Bild steht damit direkt mit dem Einschalten des Rechners zur Verfügung. Der Bootvorgang oder die Software- oder BIOS-Konfiguration des Rechners lassen sich gut darstellen.

Monitorbilder können eingefroren und betrachtet werden, während der Rechner weiter arbeitet.

Ein Videorecorder für Aufnahmen kann angeschlossen werden.

Die im Werbeprospekt versprochene Grafikauflösung von 1024 x 768 Bildpunkten bei 16,7 Mio. Farben bei PC-Systemen kann nicht eingelöst werden!!

Die beste Auflösung ist 640 x 480 für PC und Mac.

Die Auflösung 800 x 600 Bildpunkten bei 16,7 Mio. Farben wird ebenfalls gut wiedergegeben, hat aber einige Schwächen.

Das beste Feature ist der Zoom. Das Ausgangsbild wird in 9 Teilbilder zerlegt, die in drei Zeilen und drei Spalten angeordnet sind. Jedes der Teilbilder kann zum Vollbild vergrößert werden. Für Detaildarstellungen ist der Zoom optimal. Leider kann man ihn nur selten gebrauchen.

Alle Einstellungen können alternativ direkt am Gerät oder über eine Fernbedienung vorgenommen werden.

Die Bedienungsanleitung ist in deutscher Sprache, gut gegliedert, ausreichend genau und mit Hinweisen zur Störungssuche versehen.

 

Anmerkungen/Bewertung:

Der Fernseher wird nicht über die bekannte Antennenbuchse angesteuert!
Es muß daher ein modernerer Fernseher zur Verfügung stehen, der mindestens einen dieser drei Anschlüsse bietet. Für Schulen, die einen alten Fernseher ohne SCART- oder S-VHS-Anschluß dafür einsetzen wollen, ist dieses Gerät nicht geeignet. Den VIDEO-IN-Anschluß haben die älteren Fernseher ohnehin nicht. Im Vergleich ist die Wiedergabe über den VIDEO-IN-Anschluß besser als über SCART.

Schulen, die dieses Gerät statt eines Video-Projektors anschaffen, um Geld sparen zu wollen, müssen mindestens einen guten Fernseher habe oder dazukaufen, der über die passenden Anschlüsse verfügt.

Die Internet-Darstellungen erfolgen am besten mit 1024 x 768 Bildpunkten bei 16,7 Mio. Farben. Da der Fernseher eine zeilenorientierte Wiedergabe macht, sind der Umrechnung hier deutliche Grenzen gesetzt, die es bei den heute gängigen Video-Projektoren mit PC-Anschluß nicht mehr gibt.

Wir konnten maximal nur 800 x 600 Bildpunkte nutzen. Dazu gibt es vier Anmerkungen:

  1. Ein schräger Strich wird beim diagonalen Verlauf über den ganzen Bildschirm in 60 Teilstriche zerlegt. Die zeilenorientierte Wiedergabe des Fernsehers wirkt hier massiv ein.
  2. Der Zoom ist zwar eine tolle Darstellungsvariante, aber es tritt eine deutliche Verzerrung ein: Ein Kreis wird zu einem Oval, d.h. aus einem o wird ein 0.
  3. Die Schrift unter/auf den Buttons ist kaum lesbar. Icons sind nur mühevoll zu erkennen.
    Die Grenzen der Auflösung sind erreicht!
    Durchgängig muß die Schärfe bei Umrissen als nicht ausreichend bezeichnet werden.
    Das C64-Feeling kommt wieder auf.
  4. Selbst beim Einsatz eines Super-Fernsehers neuester 100-Hz-Technik kann ein Bildflimmern nicht übersehen werden. Man fühlt sich an die ersten flimmernden Macintosh-Rechner der 80er Jahre erinnert.

 

Fazit:

Das Konzept ist gut.

Nur bei 640 x 480 Bildpunkten mit 256 Farben ist das Gerät zu empfehlen.

Die heutigen Ansprüche bei Grafikdarstellung (Internet-Bilder mit 1024 x 768 Bildpunkten und 16,7 Mio. Farben) können leider nicht erfüllt werden.

Wer sich für dieses Gerät entscheidet, sollte die Kosten für einen guten Fernseher mit einplanen.
Es ist denkbar, daß der AVerKey mit verschiedenen Fernsehern unterschiedlich gut harmoniert. Es sollte noch mal jemand ausprobieren, wie die Zusammenarbeit mit der amerikanischen Fernsehnorm klappt.
Wir haben mehrere Fernseher - besonders alte, die der Schule geschenkt wurden - ausprobiert. Die alten waren nicht anschließbar. Die neuen Billig-Fernseher hatten ein zu kleines Bild (<=15"). Der große 100-Hz-Fernseher ist halb so teuer wie ein Video-Projektor. Der Preis des AverKey3 kommt dann noch dazu!

 

Lieferfirma:

Wir danken der Lieferfirma für die Teststellung.

LONGSHINE Technologie (Europe) GmbH

An der Strusbek 9

D-22926 Ahrensburg

Tel: 0 41 02-49 22-0

Durchwahl Herr Gacesa: -28

E-Mail: longshine@longshine.du.eunet.de

Hersteller-Homepage: www.aver.com


Autor: Edgar Landsiedel,

IfL-Hamburg, Netzwerk-Arbeitskreis der Berufsbildenden Schulen Hamburg.

Staatliche Gewerbeschule G18, Dratelnstr. 26, 21109 Hamburg.

Homepage: www.hh.schule.de/ak/nis

E-Mail: eddy@hh.schule.de

Stand 14.01.1999