Das kontinentale Klima


Allgemeine Kennzeichen des rein kontinentalen Klimas, auch Landklima genannt, sind kalte Winter und  warme Sommer. Es ist ganzjährig feucht. Die Jahrestemperaturschwankung beträgt mehr als 25° C und die Jahresniederschlagsmenge ist kleiner als 750 mm. Die Hauptniederschläge fallen im Sommer in Form von Gewitterregen. Die winterlichen Niederschläge fallen meist als Schnee. Die Übergangsjahreszeiten Frühjahr und Herbst sind sehr kurz.

Diese Kennzeichen treffen auf Kiew, bei 50° nördlicher Breite etwas südlicher und bei 30° östlicher Länge 20 Längengrade östlicher als Hamburg gelegen, voll zu. Die Winter sind mit -6° C im Januar schon recht kalt, die Sommer mit etwas über 19° C warm. Die Jahrestemperaturschwankung liegt mit gut 25° C genau bei dem für das Kontinetalklima geforderten Mindestwert und die Jahresniederschlagsmenge mit 615 mm deutlich unter 750 mm. Alle Monate sind humid. Die Hauptniederschlagsmonate sind Juni bis August, wobei im August mit 72 mm der meiste Niederschlag fällt. Niederschlagsärmster Monat ist der März mit 35 mm.

Sehr viel kontinentaler ist das Klima in Ufa, im äußersten Osten Europas bei 56° östlicher Länge am Ural gelegen. Mit 55° nördlicher Breite liegt Ufa nur wenig nördlicher als Hamburg (54° N). Die Winter sind mit -15° C im Januar sehr kalt, die Sommer mit 19° C im Juli warm. Die Jahrestemperaturschwankung beträgt fast 34° C und liegt damit deutlich über dem für das rein kontinentale Klima geforderten Wert von 25° C. Die Jahresniederschlagsmenge liegt mit 419 mm ebenfalls deutlich unter dem Grenzwert von 750 mm. Der niederschlagsreichste Monat ist der August mit 57 mm, der niederschlagsärmste Monat ist der Febraur mit 16 mm.

Ufa zeigt deutlich kontinentalere Züge als das 26 Längengrade westlicher gelegene Kiew. Die Winter in Ufa sind rund 9° kälter, die Sommer etwa gleich warm, somit ist auch die Jahrestemperaturschwankung um rund 9° C größer. Die Jahresniederschläge sind in Ufa deutlich geringer als in Kiew.

Erklärung der klimatischen Erscheinungen: Kiew und Ufa liegen in Osteuropa und ganzjährig im Bereich des Westwindgürtels, in dem Westwinde überwiegen. Die Winter sind kalt, weil sich das Land sehr viel schneller abkühlt als der Ozean und weil die milden Westwinde vom Atlantik so weit im Osten Europas kaum noch Wirkung haben, da sie sich hier bereits den Temperaturen des Landes angepasst haben. Die Sommer sind warm, weil sich das Land sehr viel schneller erwärmt als das Meer und weil die kühlen Seewinde aus Westen in diesem Gebiet kaum noch Wirkung haben; sie haben sich hier bereits den Temperaturen des Landes angepasst. Die Niederschläge sind relativ gering, weil sich die feuchten Westwinde bereits in Westeuropa weitgehend abgeregnet haben. Die Niederschlagshäufung im Sommer ist auf Gewitterregen zurückzuführen.

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